"Es war mir eine Ehre hier zu sein"

von Judith Kühl, 26.03.2009

"Im Benin haben wir 13 Monate Sonne und Sommer", schwärmte Seine Exzellenz, Botschafter Isidore Bio, bei seinem Aufenthalt im noch immer winterlich kalten Kaufbeuren. Zwei Tage lang besuchte der Diplomat der westafrikanischen Republik Benin die internationale Hilfsorganisation humedica.

Anlass waren Gespräche über ein intensiveres Engagement von humedica im Benin. Außerdem traf Botschafter Bio mit Landrat Johann Fleschhut und Oberbürgermeister Stefan Bosse zusammen und beantwortete viele Fragen in der Gustav Leutelt-Schule in Neugablonz.

Oberbürgermeister Stefan Bosse, S.E. Botschafter Isidore Bio, Landrat Johann Fleschhut und humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß. Foto: humedica

Am vergangenen Dienstag traf der Botschafter Isidore Bio bei einem Treffen in der humedica-Zentrale in Kaufbeuren Landrat Johann Fleschhut und Oberbürgermeister Stefan Bosse. Erfreut über den internationalen Besuch hießen sie den Botschafter willkommen.

Mit einem kurzen Film stellte der Landrat dem erfahrenen Diplomaten aus Berlin das Ostallgäu vor. "Das Allgäu zählt zu den schönsten Regionen in Deutschland. Ich bin sehr gerne hier", sagte der Botschafter begeistert. Entsprechend trug sich der Diplomat auch gerne ins Goldene Buch des Landkreises Ostallgäu ein.

Zu einem interessanten Vortrag über Benin hatte am Abend des ersten Tages der ehemalige Leiter des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, Herr Prof. Dr. Michael von Cranach, in die humedica-Zentrale geladen. Spannend für das Publikum war insbesondere seine Perspektive auf das afrikanische Land und seine persönlichen Erfahrungen während eines Besuchs.

Den zweiten Tag seines Allgäuaufenthalts startete Botschafter Bio mit einem Unterrichtsbesuch an der Gustav Leutelt-Schule in Neugablonz. Vor etwa 100 Schülern der neunten Klassen erzählte der Diplomat von seiner Heimat und seinem Beruf. Interessiert hörten die Schüler und Schülerinnen zu und stellten im Anschluss viele Fragen.

Der Botschafter Benins erzählt den Schülern von seiner Heimat. Foto: humedica

Bereits im vergangenen Jahr hatte Botschafter Isidore Bio humedica einen ersten Besuch abgestattet. Gemeinsam mit dem beninischen Arzt Dr. Koussemou, der im Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus tätig ist, suchte er mit den Verantwortlichen von humedica Wege, das Gesundheitssystem im Benin zu stärken.

Konkret ging es um die Hilfe für das landesweit einzige Dialysezentrum in der Hauptstadt Cotonou. In Zusammenarbeit mit der lokalen Hilfsorganisation "Oredola" sagte humedica nun die Lieferung von Medikamenten zu. Zudem sollen vier dringend benötigte Dialysegeräte auf den langen Weg nach Benin gebracht werden.

Thematisiert wurde auch eine medizinische Herausforderung für das Land, die humedica aufgrund seiner Erfahrung und guten Kontakte lösen kann: 50 Patienten benötigen dringend einen so genannten Shunt. Bei diesem chirurgischen Eingriff wird zumeist am Unterarm eine Vene mit einer Arterie verbunden, um ein dickvolumiges Gefäß zur Verfügung zu haben, mit dem man eine Hämodialyse durchführen kann.

Dieser operative Eingriff kann nur durch erfahrene Gefäßchirurgen vorgenommen werden, die es im Benin nicht gibt. humedica ist im Gespräch mit zwei deutschen Spezialisten, die solche Operationen realisieren können. Die Eingriffe sollen dann an Bord des Hospitalschiffes "MS Africa Mercy" durchgeführt werden, das noch bis Ende November 2009 im Hafen von Cotonou, dem ökonomischen Zentrum und Regierungssitz des westafrikanischen Landes ankert.

Botschafter Bio verließ Kaufbeuren mit großer Dankbarkeit: "Es war mir eine Ehre hier zu sein. Der freundliche Empfang in Kaufbeuren berührt mich sehr und ich freue mich über die zugesagte Hilfe für meine Heimat."

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von humedica am 17. und 18. Juli 2009 kündigte der Botschafter einen weiteren Besuch in Kaufbeuren an.

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