Erdbeben Italien: Hilfsgüterverteilung mit lokalen Partnern_Situation noch immer kritisch

von MKO/SRI, 08.04.2009

250 Tote hatten die unermüdlich kämpfenden Helfer bis zum Mittwochmittag aus den Trümmern geborgen, Experten am Ort des Geschehens befürchten weitere Leichenfunde. Am Dienstagabend hatte ein starkes Nachbeben mit einem Wert von 5,3 auf der Richterskala ein weiteres mal für Angst und Schrecken gesorgt.

Professor Dr. Bernd-Dieter Domres im Gespräch mit italienischen Helfern: Seine Erfahrung im Bereich Katastrophenhilfe ist auch in Italien gefragt. Foto: humedica/Markus Köhler

Auch zweieinhalb Tage nach dem schweren Erdeben in den Abruzzen hat sich die Situation nur unwesentlich entspannt. Mehr als 300 Nachbeben wurden seitdem gemessen, darunter ein starkes, das ein weiteres Todesopfer forderte. Das humedica-Team beteiligt sich seit gestern an intensiven Verteilungen von Hilfsgütern, heute auch in der komplett zerstörten Ortschaft Onna, außerhalb von L'Aquila.

Viele bereits beschädigte Gebäude fielen endgültig in sich zusammen, Menschen liefen panisch und schreiend durcheinander, das bis dato stärkste Nachbeben forderte zudem ein weiteres Todesopfer.

Gemeinsam mit den lokalen Partnern von der örtlichen Evangelischen Allianz, GIM Italia (Gioventù in Missione) und Operation Blessing beteiligt sich das humedica-Einsatzteam insbesondere an der Verteilung von Hilfsgütern (Nahrungsmittel, Schlafmatten, Decken, Medikamente etc.) in und um L'Aquila.

Ein weiteres schweres Erdbeben erschütterte die Region am Dienstagabend. Foto: alertnet.org/Reuters

Heute wird die Einsatzmannschaft in dem außerhalb gelegenen Bergdorf Onna Verteilungen durchführen. Das Dorf erlangte seit Montag eine äußerst traurige Berühmtheit: 60 der insgesamt 300 Bewohner starben zumeist in ihren Betten. Die italienischen Einsatzkräfte dokumentierten geschockt einen Gebäudeschaden von 100 Prozent.

Zurzeit schlafen die Überlebenden in Zelten oder ihren Autos, sofern diese unzerstört geblieben sind. Entsprechend dringend benötigt werden die angesprochenen Hilfsgüter, auch angesichts der kalten Temperaturen am Abend und insbesondere nachts.

Die humedica-Ärzte sind auch bei der Einsatzleitstelle gemeldet und bereit für ärztliche Nothilfe. Koordinator Markus Köhler eruiert parallel Möglichkeiten, mittelfristiger Hilfe im Bereich Wiederaufbau. Vor wenigen Minuten hat die humedica-Geschäftsführung beschlossen, bis spätestens Ostersamstag einen weiteren Koordinator nach Italien zu entsenden.

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland weiterhin dringend um schnelle Unterstützung für diesen besonderen Hilfseinsatz für unsere Freunde und südlichen Nachbarn in Italien in Form einer konkreten Spende:

humedica e. V.
Stichwort "Erdbeben Italien"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie auch online für die Erdbebenopfer in Italien. Vielen herzlichen Dank für jede Form der Unterstützung.

Hinweis für Medienvertreter: Es besteht Möglichkeit, mit Teamkoordinator Markus Köhler in L’Aquila ein telefonisches Interview zu führen. Markus Köhler: 0163-8281628. Vielen Dank für jede Form Ihrer Unterstützung.

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