Drei Wochen im Niger: Eine unvergessliche Zeit für Menschen in Not

von Matthias Heß/SRI, 14.04.2009

Drei Wochen war der Arzt Matthias Heß im Niger, um Patienten der im Februar eröffneten humedica-Klinik zu behandeln. Eine unvergessliche Zeit für den Mediziner, wie er in seinem Bericht erzählt.

Nach der Ankunft in Niamey Mitte Februar war die erste Woche geprägt von den letzten Vorbereitungen zur lange geplanten und ersehnten Klinikeröffnung in Kollo. Simone Winneg, die Koordinatorin, hatte tolle Vorarbeit geleistet: Hygieneschulung, Menschenleitbild, Abläufe innerhalb der Klinik hatte sie bereits mit den einheimischen Mitarbeitern durchgearbeitet.

Dr. Matthias Heß arbeitete drei Wochen in der humedica-Klinik Kollo. Foto: humedica

Montag, der 23. Februar war der herbeigesehnte Tag der Klinikeröffnung: Am frühen Morgen erwartete uns bereits eine lange Schlange an Patienten, in der Mehrzahl Frauen und kleine Kinder. Haupterkrankungen waren und sind Atemwegsinfektionen, Durchfall-, Haut- und Wurmerkrankungen sowie Patienten mit Malaria (teilweise leider auch mit schwerem Verlauf). Aktuell erfasst eine Meningitis-Epidemie das Land.

Der fünfjährigen Hosseina konnten wir durch regelmäßige, sterile Verbandswechsel das Verheilen ihrer großflächigen, zweitgradigen Verbrennungen am rechten Oberarm ermöglichen.

Nourdine, ein an sich gut genährter dreijähriger Junge, verlor innerhalb eines Monats im Rahmen einer anhaltenden Durchfallerkrankung sehr viel an Gewicht; schwer unterernährt und mit akuter Austrocknung sowie beginnender Bewusstseinstrübung kam er in unsere Klinik. Die intravenöse Infusion rettete ihn aus der akuten Gefahr, über das stationäre Ernährungsprogramm im Krankenhaus in Niamey konnte er wieder an Gewicht zulegen, es geht ihm heute wieder gut.

Neben vielen schönen Momenten gab es auch einen traurigen Höhepunkt: die kleine Aishatou, ein Jahr alt, starb an ihrer schweren Lungenentzündung, unter anderem auch deshalb, weil die notwendige Sauerstoffgabe in der Universitäts-Klinik in Niamey aus Kapazitätsgründen nicht möglich war. Von einer intensivmedizinischen Betreuung (mit Beatmungsmöglichkeit) wollen wir an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Ziel unserer humedica-Klinik muss es deshalb sein, die technische, räumliche und personelle Ausstattung so zu verbessern, dass wir keine Patienten mehr verlegen müssen.

Hierzu sind noch einige Anstrengungen vonnöten. Insbesondere die Fertigstellung des Bettentraktes muss schnellstens erfolgen, damit auch stationäre Patienten versorgt und behandelt werden können.

Die Arbeit in Kollo hat mir Momente voller Glück und Hoffnung beschert; sich für Menschen in Not einzusetzen, gibt so viel zurück. Ein dankbares Lächeln einer Mutter oder eines Kindes entschädigt und belohnt für die oft anstrengende Arbeit. Im Sommer werde ich deshalb erneut in der humedica-Klinik in Kollo arbeiten.

Allen Spendern und Unterstützern von humedica ein ganz herzliches Dankeschön,

Ihr
Matthias Heß

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