Ärzteteam behandelt rund 700 Patienten in drei Gefängnissen mit über 3000 Insassen

von Barbara de Matos Marques/sha, 24.08.2009

Ein sechsköpfiges humedica-Ärzteteam behandelte während eines zweiwöchigen Aufenthaltes in Simbabwe rund 700 Patienten in drei Gefängnissen mit über 3000 Insassen.

Die im Rahmen des Prison Fellowship International-Projekts (PFI) durchgeführte Aktion im Juni 2009 zeigt, dass Nahrungsmittelknappheit und andere Formen der strukturellen Armut längst nicht überwunden sind.

Einsatzleiter Dr. Wolfgang Riske (Meinersen) im Kreise seines Teams. Foto: humedica

In nur sieben Arbeitseinsätzen gelang es einem sechsköpfigen humedica-Team unter der Leitung von Dr. Wolfgang Riske in der Hauptstadt von Simbabwe, Harare, drei Gefängnisse zu besuchen und insgesamt 701 Patienten zu behandeln sowie etwa 230 Zahnextraktionen durchzuführen.

Dr. Riske berichtet: "Eine Mindestversorgung mit Basistherapeutika ist nach wie vor nicht gegeben, Medikamente müssen auch weiterhin importiert werden. Unter der Vielfalt der Erkrankungen (19 verschiedene Krankheitsbilder wurden festgestellt) sind Mehrfachinfektionen, beispielsweise Tuberkulose gepaart mit HIV und Unterernährung oder Vitaminmängel, sehr auffällig.

Die Weiterverbreitung von Krankheiten ist vor allem durch die räumliche Enge im Gefängnis und auch die massive Mangelernährung schwer einzudämmen. Der allgemeine Gesundheitszustand der erkrankten Frauen ist deutlich besser als der der Männer.

Um Pellagra, eine Vitamin B3-Mangelerscheinung (aufgrund einseitiger Mais- und Hirseernährung) wirksam zu bekämpfen, fehlt es momentan jedoch an einer ausreichenden Versorgung mit geeigneten Medikamenten.

Die Krankenabteilungen sind ausbaufähig, vor allem auf der Ebene der Labortechnik herrscht Erweiterungsbedarf, um eine schnellere Prognose und Behandlung zu ermöglichen.

Die Ernährungslage für stark unterernährte Gefangene hat sich durch die Intervention des Internationalen Roten Kreuzes seit Sommerbeginn gebessert. Durch Zusatznahrung, Vitamine und Wurmkuren sowie einem Antibiotikum werden die gesundheitlichen Fortschritte beschleunigt, die wöchentlich überwacht werden.

Nach Schwierigkeiten bei der Einreisebewilligung und striktem Fotografieverbot in den Gefängnisanlagen gestaltete sich die Zusammenarbeit von humedica mit den örtlichen Pflegern und Aufsehern als sehr freundlich und aufgeschlossen.

Für mich persönlich war dieser Einsatz einmal mehr eine emotionale Herausforderung. Einmal mehr ist mir aber auch bewusst geworden, dass wir in vielen Ländern dieser Erde Menschen in Not mit einfachen medizinischen Mitteln helfen können.

Ich bin froh, Teil des humedica-Ärzteteams zu sein und freue mich auf die kommenden Einsätze."

Nach der Arbeit wurden auf der Straße neue Freundschaften geschlossen. Foto: humedica

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