Sudan: Zwischen Hoffen und Bangen - Aktuelle Nachrichten

von David Broska, MBA, SRI, 07.03.2008

Es ist definitiv ein Hoffnungszeichen, das uns Camp-Manager David Broska aus dem Sudan in Form einer elektronischen Nachricht übermittelte: Mitte Februar haben die beiden Volksstämme Gimir und Falata ein Abkommen unterzeichnet, das die Beendigung der andauernden Unruhen zwischen diesen beiden Gruppen in greifbare Nähe rückt. Doch ob dieser Vertrag tatsächlich den Weg in eine friedlichere Zukunft ermöglicht, bleibt leider auch nach dem Abschluss fraglich.

Ein Zentrum der Flüchtlingsströme in Darfur ist Nyala. Grafik: humedica

Noch immer gibt es unzählige Konfliktherde, noch immer steigt die Anzahl Hilfe suchender Menschen, insbesondere auch im von humedica mitbetreuten Flüchtlingslager Al Salaam Tag für Tag. Die Menschen haben nichts, was sie in ihren Dörfern hält oder sie dorthin zurückkehren lässt: Zu viel ist geschehen, zu viele physische und psychische Wunden sind nicht verheilt. Und auch die lang ersehnten Regenfälle endeten in diesem Jahr viel früher als gewöhnlich. Zu früh, um der gepflanzten Saat das dringend benötigte Wasser zu spenden. Schon jetzt droht einem Großteil der Bevölkerung eine Hungersnot - und die nächste Ernte kommt erst im November.

Der Bericht von David Broska macht unmissverständlich deutlich: Die Lage in den Flüchtlingslagern spitzt sich zu. Die Kapazitäten reichen schon seit Monaten nicht mehr aus, um der täglich wachsenden Zahl an Flüchtlingen gerecht zu werden. Vor allem das Flüchtlingscamp Al Salaam stößt an seine Grenzen.
David Broska ist seit Oktober im Einsatz für humedica. Seine Aufgabe besteht darin, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen, engagierten Hilfsorganisationen zu koordinieren. Außerdem fungiert er als Sprecher für die verschiedenen Volksstämme. Deren Bedürfnisse ermittelt David Broska in vielen direkten Gesprächsrunden.

Täglich müssen mehr Menschen in den Flüchtlingscamps versorgt werden. Foto: humedica

Eine Vermittlungsarbeit, die in diesen schwierigen Tagen von besonderer Wichtigkeit ist. Was treibt die Menschen in die Flüchtlingslager? Wie kann man ihnen dabei helfen und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Vertriebenen wieder in ihre Dörfer zurückkehren zu lassen?
Es scheinen unveränderte Gründe zu sein, die eine Rückkehr verhindern: Hunger und ausbleibender Regen dokumentieren die wirtschaftliche Not. Allerdings verhindert auch die anhaltende politische Instabilität bessere Rahmenbedingungen für eine Entwicklung.

Dass die Volksstämme Gimir und Falata ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet haben, ist ein kleiner Schritt in Richtung Sicherheit. Es ist ein Schritt, der die Planung zukünftiger Hilfe erleichtert.
Um die Lage in den Flüchtlingslagern zu entspannen, möchte humedica den Menschen im Sudan vor allem dabei helfen, neuen Mut zu fassen und in ihren Dörfern ein neues Leben aufzubauen. Wie diese Hilfe konkret aussehen soll, hat David Broska gemeinsam mit dem humedica-Team in einem Konzept ausgearbeitet: Der Schwerpunkt liegt vor allem darauf, den Menschen auch außerhalb der Flüchtlingslager eine kontinuierliche Versorgung mit Medikamenten und Nahrungsmitteln zu gewährleisten. Bislang ist die Versorgungslage der Bevölkerung gerade in den ländlichen Gebieten der Region Nyala dramatisch. Das Dorf Katila, südlich von Nyala gelegen, erhält einmal wöchentlich eine Medikamentenlieferung. Die Not der Menschen dort ist jedoch so groß, dass der Bestand bereits nach drei Tagen aufgebraucht ist. Und auch das Gebiet um Khor Shamam weist große Mängel im Bereich der medizinischen Versorgung auf. Es gibt in der gesamten Region nur ein Krankenhaus, dessen Bau jedoch nie fertig gestellt wurde.

Diese Rahmenbedingungen beeinflussen auch die weitere Hilfe von humedica maßgeblich: Flankierend zur möglichen Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Dörfer muss eine ausreichende Versorgung mit Medikamenten und Nahrungsmitteln sichergestellt werden.

Wenn Sie die Arbeit von humedica in Darfur mit einer gezielten Spende unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier. Vielen Dank.

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