Sudan: Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation

von Wolfgang Groß, 30.01.2008

Seit vier Wochen befinden sich UN-Friedenstruppen in der sudanesischen Krisenregion Sudan. Dennoch liegt die schwierige Situation im Land außerhalb der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Eine Bestandsaufnahme von Geschäftsführer Wolfgang Groß, der für zehn Tage die Projekte von humedica in verschiedenen Flüchtlingscamps Darfurs besuchte.

Liebe Freunde und Förderer von humedica, liebe Besucher unserer Internetseiten,

ich habe in den vergangenen Tagen, gemeinsam mit meiner kanadischen Kollegin Silvia Gonzalez, unsere Projekte im Großraum Nyala und (aus Sicherheitsgründen mit dem Helikopter) in Kass besucht. Wie Sie vielleicht wissen, ist humedica seit August 2004 in dieser Region tätig. Was zunächst mit einem kleinen Ärzteteameinsatz begann, hat sich mittlerweile zu einem umfangreichen Hilfsprogramm mit 220 sudanesischen und 8 internationalen Mitarbeitern ausgeweitet.

humedica-Chef Wolfgang Groß nach der Ankunft mit dem UN-Hubschrauber in Kass. Foto: humedica

Wir betreuen hier etwa 150.000 Flüchtlinge in den Auffanglagern El Sereif, Otash und Al Salam, wo humedica jeweils eine medizinische Ambulanzstation betreibt sowie einen Entbindungsservice rund um die Uhr anbietet. Außerdem sind wir in der Lage, etwa 5000 Kindern Unterricht in einfachen Camp-Schulen zu ermöglichen. Einrichtungen, die von humedica vor allem dank tatkräftiger Unterstützung unserer befreundeten deutschen Organisation Kindernothilfe e. V. aufgebaut werden konnten.

Innerhalb unserer medizinischen Nothilfe sind mehrere mobile Kliniken im Einsatz, die kleinere Camps ohne eigene Gesundheitsstation anfahren und dort Sprechstunden abhalten. Das humedica-Engagement wurde zudem auf die etwa 80 Kilometer entfernte Stadt Kass ausgedehnt. Dort leben im Stadtgebiet neben den 25.000 Einwohnern mindestens weitere 80.000 Flüchtlinge.

Noch im Rohbau: Die Gesundheitsstation in Kass. Foto: Wolfgang Groß

In Kass hat humedica die Ambulanz im örtlichen Krankenhaus übernommen und baut momentan eine Basisgesundheitsstation, die Ende Februar fertiggestellt sein wird. Auch in Kass konnten wir im Bereich Erziehung aktiv werden und ein Schulgebäude errichten, in dem Flüchtlingskinder unterrichtet werden.

Im Flüchtlingslager Al Salam ist humedica sogar für das Camp-Management zuständig. Beinahe täglich treffen hier weitere Flüchtlinge ein, die von der deutschen Organisation World Vision registriert- und von humedica-Mitarbeitern dann mit dem Nötigsten versorgt werden.

Da unsere Teams an den verschiedenen Projektstandorten täglich hunderte Patienten behandeln, ist eine kontinuierliche Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischem Sachbedarf dringend notwendig.

Die Leiterin von humedica Kanada, Silvia Gonzalez, besucht eine Apotheke im Flüchtlingscamp: täglich verteilt humedica hier Medikamente an hunderte Flüchtlinge. Foto: Wolfgang Groß

Wir werden daher in Kürze wieder eine Luftfrachtsendung auf den Weg bringen, um die benötigten Hilfsgüter von Deutschland nach Darfur zu transportieren.

Dankbar sind wir dafür, dass uns das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gestern erneut ein Budget in Höhe von 955.000 Euro für den Betrieb unserer zahlreichen Projekte in den kommenden sechs Monaten genehmigt hat. Dennoch sind wir immer wieder auch auf gezielte Spenden aus der Bevölkerung in Deutschland angewiesen. Bitte helfen Sie uns, diese wertvolle Arbeit auch 2008 fortzuführen. Vielen Dank, auch für jede Form Ihrer Unterstützung in der Vergangenheit.

Herzliche Grüße aus Darfur.
Ihr
Wolfgang Groß

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