Sri Lanka: Kurzinterview zur aktuellen Situation

von Steffen Richter, 06.02.2008

Nicht nur Kenia ist von politischen Unruhen betroffen, in Sri Lanka herrscht bereits seit fast 20 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg, der nach Aufkündigung des Waffenstillstandes in den vergangenen Wochen eskalierte. Pastor Sam Rajasuriar leitet die humedica-Arbeit in Sri Lanka und zeigt sich im Kurzinterview erschüttert von der Situation.

Pastor Sam, die Situation in Sri Lanka hat sich nach dem Ende des Waffenstillstands dramatisch verschlechtert. Was haben Sie in den vergangenen Tagen erlebt?

Pastor Sam Rajasuriar ist besorgt über die Entwicklung in Sri Lanka. Foto: humedica

Es sind sehr schwierige Wochen für Sri Lanka. Momentan können wir nicht auf die Straßen gehen, ohne um unser Leben zu fürchten. Die Gewalt hat einen neuen Höhepunkt erreicht und wir wissen nicht, wo das enden wird. Ich bin gestern aus der Hauptstadt Colombo nach Jaffna zurückgekehrt, überall herrscht Angst vor dem Terror und Anschlägen. In diesem Moment besteht eine von der Regierung verhängte Ausgangssperre. Die Menschen wissen nicht, was passieren wird und diese Angst, die Ungewissheit ist wirklich überall spürbar.

Die von humedica unterstützten und betriebenen Projekte wie die Internationale Schule Manipay liegen auf der Halbinsel Jaffna, einem Zentrum der Konflikte? Wie stark ist die Projektarbeit von der Situation betroffen?

Wie gesagt ist die Situation im Moment sehr instabil und unsicher. Ich weiß nicht, was passieren wird. Die Schulen wurden alle geschlossen, auch die von humedica. Ich weiß nicht, ob sie morgen wieder geöffnet ist oder nicht. Und entsprechend leidet unsere Arbeit unter der Eskalation der Situation. Mehr kann ich in diesem Moment nicht dazu sagen. Ich hoffe, dass wir bald weiterarbeiten können, aber ich weiß es nicht.

Glauben Sie, dass es in naher Zukunft Frieden in Sri Lanka geben kann?

Ich hoffe es und bete dafür. Aber meine Prognose ist schlecht. Vor wenigen Tagen ist eine dieser furchtbaren Bomben in einer Bahnstation explodiert, zu Beginn des Jahres wurde ein Bus mit Schulkindern in die Luft gesprengt. Es gab viele Tote und Verletzte. Das sind schlimme Tage für Sri Lanka.

Pastor Sam, vielen Dank für das Gespräch. Das humedica-Team hier in Deutschland wünscht Ihnen alles Gute, viel Kraft, Gottes Schutz und Segen.

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