Myanmar: Kooperationen und weitere Vernetzung

von Gerhard Braunmiller, 26.06.2008

Auch acht Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" ist für die betroffene Bevölkerung keineswegs der Alltag zurückgekehrt. Obwohl die internationale Hilfe in größerem Stil angelaufen ist, gibt es immer noch viele Menschen, die unsere Unterstützung brauchen. Die Hilfe muss noch flächendeckender werden.

Die aktuellen Voraussetzungen der Hilfe

humedica und sein Partner in Myanmar sind sich darüber einig es ist höchste Zeit die betroffenen Familien zu stärken. Dazu unterstützt humedica die Entsendung von Teams lokaler Ärzte und medizinischem Fachpersonal in die betroffenen Gebiete, insbesondere das massiv geschädigte Irrawaddy-Delta.

Diese Teams sind ausgerüstet mit Medikamenten und weiteren, dringend benötigten Hilfsgütern. Sie werden in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen auf Ihren Einsatz vorbereitet. Es gibt Intensivtrainings zu den aktuellen Herausforderungen im Katastrophengebiet, insbesondere zu den verbreiteten Krankheiten Malaria und Dengue-Fieber.

Seit vielen Wochen ist Koordinator Gerhard Braunmiller für humedica in Myanmar unterwegs. Foto: humedica

Die Menschen brauchen einen guten Gesundheits- und Ernährungszustand, um die nun notwendige Aussaat der Reisfelder durchführen zu können. Nur eine erfolgreiche Aussaat ermöglicht Ihnen eine eigene Ernährungsgrundlage und die notwendige Kraft für den Wiederaufbau ihrer Häuser. Nur mit einer massiven Verbesserung ihrer aktuellen Situation sind die Menschen in der Lage, eine Existenzgrundlage für die Zukunft zu schaffen.

Der Weg zu diesem Ziel ist hart und steinig; er wird sicher noch viele Monate in Anspruch nehmen. Und die Menschen in Myanmar brauchen dabei unsere Hilfe. humedica kooperiert bereits mit vielen anderen Hilfsorganisationen, Institutionen und dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dennoch sind es insbesondere die Einzelspenden, die unsere gemeinsame Hilfe ermöglichen.

Ein wichtiger Tag für 880 Familien

Es ist Sonntag, der 22. Juni 2008: Ein Team unseres lokalen Partners bereitet sich auf die Reise ins Delta vor. Insgesamt vier Ärzte und weitere fünf medizinsche Helfer werden heute im Einsatz sein. Was noch vor Wochen nicht möglich war, ist nun erlaubt: Ich darf als humedica-Koordinator das Team begleiten.

Dieser Einsatz wird ein besonderer sein. Neben den medizinischen Behandlungen werden wir Hilfgüter verteilen: Reis, Moskitonetze, Wasserdesinfektionstabletten und weitere Dinge des täglichen Bedarfs. Der Weg ins Delta ist lang und beschwerlich; erst drei Stunden im Bus, dann weitere vier Stunden auf einem Boot.

Geduldig warten die Patienten aus dem Ki Ka Yon auf Hilfe; nie zuvor war ein Arzt in ihrem Dorf gewesen. Foto: humedica

Um 11 Uhr treffen wir mit unseren Hilfsgütern bei strömendem Regen im Dorf ein. Sofort organisieren wir den Ablauf unserer geplanten Aktionen, der Verteilung und der medizinischen Basisversorgung. Unvorstellbar, aber leider wahr: Medizinische Hilfe ist für das Dorf Ki Ka Yon ein Novum: Noch nie kam ein Doktor hier vorbei.

Schnell werden die Warteschlangen nach Dringlichkeit der Beschwerden sortiert und die Hilfe vorbereitet. Am Ende eines langen Tages konnten schließlich 247 Menschen behandelt und mit Medikamenten ausgestattet werden. Wir verteilten 40 Säcke Reis, Betttücher und Mosikitonetze an die 880 Familien des Dorfes. Um 17 Uhr verlassen wir unter heftigem Abschiedswinken das Dorf und gegen 1 Uhr in der Nacht ist die gesamte Mannschaft sehr müde, aber doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit, wieder in Rangun.

Möglich wird diese gezielte Form der Hilfe durch die hervorragende Zusammenarbeit humedicas mit verschiedenen anderen Organisationen und Institutionen, die für eine effiziente Hilfe der betroffenen Bevölkerung unabdingbar ist.

Aus Rangun grüßt Sie
Ihr Gerhard Braunmiller

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