Koordinatorin berichtet aus Simbabwe: Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein

von Janika Simon/SRI, 16.12.2008

Seit mehr als einer Woche ist die Koordinatorin Janika Simon aus Hamburg für humedica in Simbabwe. Aufgrund der schwierigen Bedingungen ein herausfordernder Einsatz. Aber die Menschen im Land brauchen unsere gemeinsamen Anstrengungen.

Sie sind gezeichnet von jahrelanger Armut, einem täglichen Kampf ums Überleben und der aktuellen Cholera-Epidemie. Einer Erkrankung, die bei gezielter Behandlung nicht gefährlich ist, aber in Simbabwe nach offiziellen Angaben bereits 800 Todesopfer forderte. Janika Simon berichtet:

Eine saubereTrinkwassertonne und Eimer zur Entsorgung von infizierten Gegenständen: Die Maßnahmen gegen die Cholera-Epidemie laufen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten auf Hochtouren. Foto: humedica

"Allein in den letzten Tagen hatten wir hier 40 Cholera-Fälle." Evangelista, eine der drei Krankenschwestern in dem kleinen Missionskrankenhaus St. Andrews mit 30 Betten in der östlichen Provinz Manikaland in Simbabwe schaut traurig.

Die wenigen Infusionen, die noch vorrätig sind, werden in ein paar Tagen verbraucht sein. Wie es dann weitergehen soll, zumal die Zahl der Cholera-Erkrankungen weiter dramatisch ansteigt, darüber wagt niemand nachzudenken. Die Verzweiflung ist groß.

Die Cholera-Epidemie in Simbabwe hat vor allem die Hauptstadt Harare schwer getroffen. Dort wurde die Wasserversorgung gekappt. Es gibt also kein fließendes Wasser mehr.

Laut offizieller Begründung fehlt es an einer Chemikalie zur Wasseraufbereitung. Aus Wasserhähnen kommt kein Tropfen, Toilettenspülungen funktionieren nicht, überall sieht man Menschen mit Kanistern auf der Suche nach Wasser. Manche versuchen eigenhändig Brunnen auszuheben.

Cholera breitet sich vor allem bei mangelhafter Versorgung mit sauberem Wasser aus und so kann es schnell zu einer Epidemie kommen. Nach offiziellen Angaben gab es in den letzten Wochen bereits 800 Tote.

Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher, da viele Fälle gar nicht erst gemeldet werden, weil die Menschen in Simbabwe sich oft nicht einmal den Transport ins Krankenhaus leisten können.

Seit mehr als einer Woche hilft Koordinatorin Janika Simon in Simbabwe. Foto: privat

Mittlerweile wurden auch aus anderen Provinzen Simbabwes Cholerafälle gemeldet. In Manikaland, wo gerade ein Projekt von humedica zur Wiederherstellung der medizinischen Grundversorgung anläuft, ist die Lage ebenfalls sehr ernst.

Den Krankenhäusern mangelt es an allen essentiellen Medikamenten und Materialien zur Versorgung der Bevölkerung. humedica wird in Kürze die knapp 10 Tonnen an Hilfsgütern, die vom Auswärtigen Amt wesentlich mitfinanziert wurden, in 10 Krankenhäusern der Provinz Manikaland verteilen zu können.

Zusätzlich sollen noch Infusionen und Wasserentkeimungstabletten in größeren Mengen in Südafrika gekauft werden, um auf die aktuelle Krise aufgrund der Cholera-Epidemie reagieren zu können. Schwester Evangelista strahlt bei der Ankündigung dieser bevorstehenden Lieferung.

"Wir sind so dankbar für Ihre Hilfe aus Deutschland." Nicht nur jeder Tropfen Wasser wird hier hochgeschätzt. Jede Hilfe, auch wenn sie nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheint, hilft, Menschenleben zu retten.

Unsere Hilfe wird weiterhin dringend benötigt. Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz in Simbabwe mit einer gezielten Spende.

humedica e. V.
Stichwort "Simbabwe"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie auch online für die Menschen in Simbabwe. Vielen herzlichen Dank für jede Form der Unterstützung.

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