Ein kleines Auto mit deutschem Kennzeichen im israelischen Berufsverkehr

von Michaela Baumann, 28.03.2008

Denkt man an Israel, so kommen einem viele Bilder in den Sinn. Eines, das jedoch niemand erwartet, ist ein kleines Auto mit deutschem Ostallgäu-Kennzeichen, das sich mitten durch den israelischen Berufsverkehr schiebt. Es ist das Auto von Esko Nykänen. Ein Finne, der seit 22 Jahren in Israel wohnt und seit rund fünf Jahren für humedica in Israel arbeitet.

Über Jerusalem hinaus bekannt: Esko´s Auto mit deutschem OAL-Kennzeichen. Foto: Esko Nykänen

Telefoniert man mit Esko Nykänen, so bekommen die Probleme, die zwischen Israel und Palästina liegen, ein Gesicht. Plötzlich kennt man Jemanden, der selbst an Kontrollpunkten endlos scheinende Durchsuchungen über sich ergehen lassen muss. Oder Jemanden, der selbst den Gaza-Streifen nur nach Kontrolle und momentan nur ohne Auto betreten darf. Esko kennt die Situation in Jerusalem seit vielen Jahren. Diese Erfahrung ist es auch, die seine Arbeit für humedica so wertvoll macht.

Mit großem Engagement setzt er sich trotz aller Probleme dafür ein, dass Hilfsgüter von humedica in Israel an die Orte gelangen, an denen sie tatsächlich gebraucht werden. Regelmäßig versendet humedica große Container mit Medikamenten, Hygieneartikeln oder wichtigen Ersatzteilen für Gesundheitsprojekte in den palästinesischen Autonomiegebieten nach Israel. Dort übernimmt Esko zusammen mit dem 34-Jährigen Abed Abu die Verteilung der Güter.

Esko bei einer Hilfsgüterverteilung in den Gassen von Nablus. Foto: humedica

Seit Anfang März gibt es in Israel eine neue Art der Hilfe von humedica: Esko veranstaltet so genannte Ärztetage. An diesen Tagen fährt er zusammen mit Ärzten und einem Container voller Medikamente an verschiedene Orte, vor allem im Westjordanland, um dort Patienten zu versorgen. Für viele dieser Patienten sind die Ärztetage die einzige Möglichkeit einer medizinischen Versorgung.

Während der erste Ärztetag im Ort Tulkarem mit drei Medizinern und 256 versorgten Patienten bereits relativ aufwändig war, wurden am zweiten Tag in Qalqilia/Westbank bereits 354 Patienten durch sechs Ärzte versorgt; bei steigender Nachfrage. Es haben sich bereits zehn Ärzte für die kommenden Einsätze Anfang April gemeldet und auch die Liste der Dörfer und Regionen, die humedica um Unterstützung gebeten haben, wird immer länger.

Beim zweiten Ärztetag in Qalqilia wurden über 300 Patienten versorgt. Foto: Esko Nykänen

Auch für den Gaza-Streifen und die dort lebende Bevölkerung ist ein derartiger Ärztetag in naher Zukunft geplant. Gerade diese Region ist von großer Armut geprägt. Vor der Schließung des Gaza-Streifens kamen viele Menschen täglich nach Israel, um dort ihrer Arbeit nachzugehen. Doch heute ist alles anders: Die Grenzen nach Israel sind geschlossen, lange Warteschlangen bilden sich an den Kontrollpunkten. Gerade die Menschen dieser armen Arbeiterfamilien sind es, die dringend Hilfe benötigen und auf medizinische Hilfe angewiesen sind.

Wenn Sie uns weiterhin bei unserer Versorgungshilfe in Israel unterstützen möchten, haben Sie hier die Möglichkeit dazu. Vielen Dank!

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