Hilfe über das eigene Leben hinaus

von Steffen Richter, 25.07.2008

Wahrscheinlich wünschen wir uns alle, nach unserem Tod etwas auf dieser Erde zu hinterlassen, das von Bestand ist. Etwas, über das die Menschen reden und an unser Leben in dieser Welt erinnert. Der Tod von Hilda Kreft am 1. Januar 2005 erfüllt diese Kriterien. Dank der Spenden, die statt Kränzen eingingen, war in Sri Lanka nachhaltige Hilfe möglich.

Familie Amirthalingam hat dank der Spende von Familie Kreft ein neues Zuhause. Foto: humedica

Mitverantwortlich für die Überlegung, an der Beerdigung eines engen Familienmitglieds Spenden zu sammeln, war die Tochter von Hilda Kreft, Renate. Die heute 61jährige gelernte Hebamme und Sozialarbeiterin war allerdings selbst überrascht, dass es am Ende nahezu 10.000 Euro waren, die Menschen auf der Beerdigung ihrer Mutter zusammen legten.

Es war Renate Kreft auch sehr schnell klar, wo dieses Geld zum Einsatz kommen sollte. "Sri Lanka ist meine zweite Heimat. Dort fühle ich mehr zu Hause als in Deutschland", gab sie im Gespräch unumwunden zu. Während eines vierjährigen Aufenthaltes Mitte der Siebziger Jahre hatte die unweit von Herford lebende Frau das Land kennen- und lieben gelernt.

Das genaue Einsatzgebiet für die Spende blieb allerdings auch nach einem neuerlichen persönlichen Besuch in dem vom Bürgerkrieg geplagten Land unklar. Im März 2007 fand schließlich ein Gespräch mit humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß statt und damit auch erstmals eine konkrete Möglichkeit, das Geld seiner Bestimmung zuzuführen.

Durch den Leiter der vielfältigen humedica-Projekte in Sri Lanka, Pastor Sam Rajasuriar, bekam Renate Kreft die Möglichkeit, die Spende von der Beerdigung ihrer Mutter für den Bau zweier Häuser einzusetzen. Zwei vom Tsunami hart getroffene und heute durch den Bürgerkrieg wiederum belastete Familien würden ein neues Zuhause finden und etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken können.

Auch Familie Vasanthakumar darf, nachdem sie durch den Tsunami ihr Zuhause verloren, in einem neuen Haus leben. Foto: humedica

Trotz der militärischen Auseinandersetzungen auf der Jaffna-Halbinsel und der damit verbundenen Lieferschwierigkeiten gelang es Pastor Rajasuriar in den vergangenen Monaten ausreichend Baumaterial zu erwerben, um die Häuser fertigzustellen und zwei Familien ein neues Zuhause zu schenken.

Es ist eine besondere Geschichte, die wir Ihnen liebe Freunde und Förderer, hier erzählen dürfen. Wir sind sehr dankbar, dass sich immer wieder Menschen finden, die bereit sind, sich einzusetzen - auch über den eigenen Tod hinaus. Daher möchten wir uns aufrichtig bei der Familie Kreft für diese besondere Form der Hilfe bedanken.

Wir tun dies im Namen der beiden Familien aus Sri Lanka, die nun in einem sicheren Haus leben dürfen. Wir tun dies allerdings auch im Namen des gesamten humedica-Teams und wünschen Ihnen, liebe Familie Kreft, für die Zukunft alles Gute und Gottes reichen Segen. Wir werden das Andenken an Ihre verstorbene Mutter in Ehren halten.

Die 2005 verstorbene Hilda Kreft (links) gemeinsam mit ihrer Tochter Renate. Foto: Familie Kreft

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