Malawi: Hilfe für Flutopfer durch humedica und Auswärtiges Amt der BRD

von Susanne Merkel/SRI, 24.06.2008

Es mag ein wenig seltsam klingen, wenn in Verbindung mit dem Kontinent Afrika die Sprache auf eine Flut kommt. Dabei handelt es sich keineswegs um einen schlechten Scherz, sondern bittere Realität: In Malawi waren Tausende 2007 von einer Flut betroffen. humedica konnte mit tatkräftiger Unterstützung des Auswärtigen Amtes der BRD helfen.

Der Hintergrund

Während der Regenzeit von Dezember 2007 bis Februar 2008 gab es große Flutschäden in den Distrikten Zomba, Machinga und Balaka. Familien verloren ihre Ernte, z.B. Mais, Bohnen, Erbsen, Kürbisse, Erdnüsse und Reis. Der fruchtbare Boden wurde weggewaschen und alles überflutet. Viele der Häuser aus Lehm brachen zusammen, weil die Flut die Fundamente geschwächt hatte. In einigen Fällen kam die Flut so überraschend in der Nacht, dass die Familie all ihre Haushaltsgegenstände, wie Kleidung, Geschirr und auch Vieh verloren. Auch die Vorräte, die bis zur neuen Ernte ausreichen sollten, wurden vernichtet.

Elke Konrad (Deutsche Botschaft) und Annett Michael von humedica waren zu Gast am letzten Verteilungstag. Foto: humedica

Die Überflutung ging auf heftige Regenfälle zurück, die die umliegenden Flüsse und Seen über die Ufer treten ließen. Die Landschaft dieser Distrikte ist sehr bergig, tiefe Täler und Hochplateaus. Abholzung, besonders in den Bergen, ist auch eine Ursache der Überflutungen. Der fruchtbare Boden wird weggewaschen, der Boden selbst nimmt das Wasser nicht mehr auf und die Flüsse sind durch all die angeschwemmte Erde weniger tief und überfluten so schneller. Insgesamt waren etwa 12.000 Familien in dieser Region (3 Distrikte) von der Flut betroffen, sie verloren ihre Ernte, Häuser oder beides.

Vorbereitung und Durchführung der Hilfe

Direkt nach der Flut wurden von Mitgliedern der Dörfer Komitees gebildet, um die Schäden besser einschätzen zu können. Sie wurden von den Dorfvorstehern geleitet und stellten Listen der Betroffenen zusammen. Sofortige und längerfristige Bedürfnisse wurden notiert und diese Listen an die Distrikt-Vorsitzenden weitergegeben. Mit diesen Listen arbeitete auch unser Partner Emmanuel International. Die Zielgruppen wurden zusammen mit den Distrikt-Vorsitzenden ausgewählt. Die Dörfer mit den meisten Betroffenen wurden schließlich unterstützt.

3246 Familien konnte nach der Flut konkret geholfen werden. Foto: humedica

Jede der betroffenen Familien erhielt 50 kg Mais, 25 kg Bohnen, 1 l Öl und 5 Plastiktassen und -teller. Bei den Verteilungen waren immer die jeweiligen Dorfvorsteher anwesend, die aufpassten, dass die Empfänger der Hilfe sich auch mit ihren richtigen Namen meldeten. Am letzten Verteilungstag waren eine Vertreterin der Deutschen Botschaft sowie eine Mitarbeiterin von humedica anwesend.

Ebenso kam zu dieser Verteilung ein Abgeordneter des Parlaments, der auch stellvertretender Minister für Wirtschaftsplanung der Regierung von Malawi ist. Auch der Distriktvorsitzende sowie andere Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens waren anwesend. Dies führte zu einem positiven Echo in der lokalen Presse und vor allem in der Bevölkerung, die mit großer Dankbarkeit die Hilfe entgegen nahm.

Emmanuel International und humedica sind sehr dankbar für die Unterstützung des Auswärtigen Amts im Rahmen der Fluthilfe Malawi. 3.246 Familien haben Nahrungsmittel für mehr als einen Monat erhalten sowie Haushaltsgegenstände, um die in der Flut verlorenen zu ersetzen. Emmanuel International wird die Hilfe in diesen Distrikten in enger Zusammenarbeit mit den Distriktverwaltungen fortsetzen.

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