Dancing in a small boat - Ein besonderes Teamtraining

von Benjamin Flux/Corinna Blume/SRI, 07.07.2008

Wenn sich eine Ansammlung von wildfremden Menschen zusammenfindet, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, bleibt es meist spannend: Manche reiben sich damit auf, sich mit sich selbst und den Macken der Anderen zu beschäftigen. Wieder andere schaffen es, sich zusammenzuraufen, um die unterschiedlichen Gaben und Fähigkeiten der Einzelnen kombiniert für die gemeinsame Sache einzusetzen.

Eine gemeinsame Bootstour war ein Höhepunkt des ersten internationalen Trainings in Belgien. Foto: humedica

Dass es wichtig ist, sich seiner Verschiedenheit bewusst zu sein, bereit zu sein, sein Ego auch mal einem größeren Ziel unterzuordnen, gleichzeitig aber zu erkennen, dass jedes Mitglied mit seinen Eigenschaften und Fähigkeiten wertvoll ist, hat schon der Apostel Paulus dem bunt zusammengewürfelten Haufen von Christen in Korinth erklärt, als er die Gemeinde mit einem Körper und seinen verschiedenen Gliedern verglich, die alle gebraucht werden und zusammenarbeiten müssen.

Und so spielte auch während des ersten belgischen humedica-Trainings die Teamdynamik immer wieder eine große Rolle. Die meisten der belgischen, niederländischen und deutschen Teilnehmer kannten sich vorher nicht, und so waren wir wohl alle vorher gespannt und auch teilweise ein wenig unsicher, was wohl die kommenden fünf Tage auf uns zukommen würde.

Auch die Übungen zum kulturellen Verständnis boten den Teilnehmern spannende Momente. Foto: humedica

Die erfahrenen Mitarbeiter von humedica bereiteten uns ein herzliches Willkommen und sorgten mit ihrer herzlichen und routinierten Art dafür, dass wir uns schnell wohl fühlten und begannen, in den weiteren Tagen immer mehr zu einer echten Gemeinschaft zusammenzuwachsen.

Uns erwartete eine bunte und spannende Mischung aus Fortbildung über die Arbeit von humedica, Wissenswertes über humanitäre Hilfseinsätze und deren Strukturen, Tropenmedizin, Primary Health Care, Zusammenarbeit im Team und vieles mehr. Das ganze war jedoch keine graue Woche voller Theorie. Viele der neu erlernten Praktiken konnten wir sofort in praktischen Übungen ausprobieren und vertiefen.

So durften wir in einem selbst zusammengeschusterten Floß einen Fluss herunterpaddeln und dabei feststellen, dass alle Teammitglieder schnell unruhig werden können, sobald nur einer Schwierigeiten mit der Balance hat. Ein irisches Sprichwort sagt "Trust in God is good, but don't dance in a small boat" (Vertrauen in Gott ist gut, aber tanze nicht in einem kleinen Boot). Jetzt weiß ich warum...

Außerdem wurden wir, in drei verschiedene Teams aufgeteilt, in verschiedene nachgestellte Situationen versetzt, die bei vergangenen Hilfseinsätzen so oder ähnlich passiert waren und wir probten im Wald den Aufbau einer kleinen Primary Health Care Clinic, sowie die Behandlung von schauspielernden "Patienten".

Insgesamt zogen Teilnehmer und Dozenten ein äußerst positives Fazit der Tage in Belgien. Foto: humedica

Bei all dem war viel Improvisationstalent und Teamwork gefragt, dabei wurden uns auch des öfteren unsere Grenzen bewusst gemacht. Gleichzeitig konnten wir aber auch die schöne Erfahrung machen, dass mit einer guten Vorbereitung eine fruchtbare Zusammenarbeit im Team gelingen kann.

Alles in allem empfand ich die vergangenen Tage als bereichernd, positiv herausfordernd und motivierend, den nächsten Schritt zu tun und mich für spätere Einsätze bei humedica zu registrieren. Ich kann allen, die sich für eine Arbeit in humanitären Hilfsmissionen interessieren und einen authentischen Einblick in diese Arbeit bekommen möchten, eine Teilnahme bei einem der nächsten Trainings nur wärmstens empfehlen.

Benjamin Flux, Flensburg

Interessenten an Basis-, Aufbau- oder Koordinatorentrainings finden unter diesem Link weiterführende Informationen und Termine zu folgenden Camps.

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