Myanmar: Zwischen Schwierigkeiten und konkreter Hilfe

von Steffen Richter, 13.06.2008

Drei Länder standen im ersten Halbjahr 2008 im Fokus der humedica-Hilfe. Während Haiti unter der massiven strukturellen Armut leidet, erlebten sowohl Myanmar, als auch der große Nachbar China tragische Naturkatastrophen, die viele Opfer forderten. In drei Teilen blicken wir in den kommenden Tagen zurück und wagen gleichzeitig einen Ausblick. Heute: Myanmar!

Myanmar - Großes Leid und viele verpasste Chancen

Zunächst war nicht abzusehen, dass der Zyklon mit dem unscheinbaren Namen "Nargis" so viel Leid, Zerstörung und Tod über das südostasiatische Land Myanmar bringen würde.

Erst am zweiten Tag nach der Katastrophe wird das wahre Ausmaß der Katastrophe klar: Mehrere Zehntausend Menschen sind dem Wirbelsturm zum Opfer gefallen.

Die Überlebenden des verheerenden Zyklons "Nagris" mussten lange auf Hilfe warten. Foto: Jens Großmann

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich ein Ärzteteam von humedica bereits in Bangkok und hofft auf eine schnelle Einreisegenehmigung, um helfend eingreifen zu können. Eine Hoffnung, die sich erst nach neun Tagen Wartezeit erfüllt.

So lange verweigert die burmesische Militärregierung hunderten Helfern den Zutritt ins Land, trotz schärfster internationaler Kritik.

Also reisen am 14. Mai gleich zwei humedica-Einsatzteams nach Myanmar ein. Während die erste Mannschaft in Bangkok festsitzt, erteilt die burmesische Botschaft in Berlin einer zweiten Gruppe ohne Probleme ein kurzfristiges Touristenvisum.

In der ehemaligen Hauptstadt Rangun behandeln die sieben Einsatzkräfte zusammen mit dem Team unseres lokalen Partners über knapp eine Woche mehrere hundert Patienten, die zum Teil aus umliegenden Regionen zu den deutschen Ärzten gebracht werden. Freies Reisen, etwa in das am stärksten betroffenen Irrawaddy-Delta ist nicht möglich.

Die beiden Ärzteteams konnten im Rahmen ihrer Möglichkeiten effizient helfen. Foto: Jens Großmann

Zwar befinden sich die humedica-Teams im Land, zu den Brennpunkten aber dürfen sie nicht reisen. Daher entscheiden wir uns, auch aufgrund der ablaufenden Visa der beiden Teams, für einen Strategiewechsel: Die Ärzte und Schwestern des lokalen Partners in Myanmar werden geschult und mit Medikamenten ausgestattet.

Sie dürfen sich weitgehend frei im Land bewegen und können auch in den unmittelbaren Katastrophenregionen helfen. Ihnen zur Seite steht mit Gerhard Braunmiller (Frankfurt am Main), ein erfahrener Koordinator, der die Arbeit der Einsatzkräfte begleitet und weitere Hilfe von humedica organisiert.

Dank der Unterstützung durch befreundete Organisationen (u. a. action medeor, Hilfswerk der Bayerischen Apotheker) und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland ist es uns nun möglich, mittelfristig medizinische Hilfe im Irrawaddy-Delta zu leisten.

Ausgeführt wird diese Arbeit zunächst durch acht bis zehn Teams unseres lokalen Partners. Sollten die strengen Reisebestimmungen durch die burmesische Militärjunta gelockert werden, können auch weitere deutsche Ärzteteams zum Einsatz kommen.

Ein weiteres starkes (Ersteinsatz-)Team, später ergänzt von weiteren medizinischen Kräften: Benjamin Wiese, Dr. Wolfgang Riske, Gerhard Braunmiller (v. l.). Foto: Jens Großmann

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×