Bangladesch zwei Monate nach "Sidr": Zwischen Hoffnung und viel Arbeit

von Steffen Richter, 25.01.2008

Der Wirbelsturm fegte am 15. November 2007 mit Geschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern über Bangladesch hinweg. Mehr als 2500 Menschen starben. Zwei Monate später hat sich die Situation nur bedingt entspannt. Zwar ist in aller Regel keine akute medizinische Behandlung mehr notwendig, die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten aber ist noch längst nicht optimal. Für humedica ist Sandra Schuckmann-Honsel als Koordinatorin in Barguna, dem Zentrum der Verwüstungen, um gemeinsam mit dem lokalen Partner KOINONIA weitere Hilfsleistungen zu planen und umzusetzen.

Allgemeine Situation im Januar 2008

Inzwischen hat sich die allgemeine Situation in den vom Wirbelsturm "Sidr" betroffenen Regionen entspannt, leider kann man noch nicht von einer Rückkehr zur Normalität reden. Dafür waren die Zerstörungen zu groß und die physischen und psychischen Verletzungen der Bevölkerung sind bis heute nachhaltig.

Dennoch ist das Ende der Phase der akuten Notfalllage absehbar. Es gibt, insbesondere im Süden des Landes, nur noch wenige Gebiete, in denen Menschen keine medizinische und organisatorische Hilfe erhalten haben. Der Fokus der Unterstützung muss in den kommenden Monaten auf den Wiederaufbau konzentriert sein. Außerdem benötigen die von "Sidr" heimgesuchten Regionen in Bangladesch so schnell wie möglich mittelfristig angelegte Sanitär- und Nahrungsmittelprogramme.

Sandra Schuckmann-Honsel organisiert zurzeit Hilfsgüterverteilungen. Foto: Jens Großmann

Wie hilft humedica momentan?

Unmittelbar nach der Nachricht von der Katastrophe brachte humedica insgesamt drei medizinische Teams auf den Weg nach Bangladesch, um Nothilfe zu leisten. Gemeinsam mit dem lokalen Partner KOINONIA wurden in mehr als zehn größeren Orten und umliegenden Siedlungen der Provinz Barguna zwischen Ende November und Weihnachten 2007 täglich durchschnittlich 160 Patienten behandelt. Dieses Nothilfeprogramm wurde mit Rückkehr des dritten Einsatzteams kurz vor Weihnachten 2007 beendet. Die Hilfe durch humedica aber geht weiter: Momentan befindet sich die Koordinatorin Sandra Schuckmann-Honsel in Barguna, um gemeinsam mit KOINONIA Nahrungsmittellieferungen zu organisieren und umzusetzen.

Die Kompetenzen der einheimischen Organisation KOINONIA, mit der humedica bereits mehrfach zusammen gearbeitet hat, liegen im Bereich Wiederaufbau, sanitäre Hilfe und sozialen Angeboten. Abgesehen von den durch deutsche Spenden zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln wird humedica die Arbeit von KOINONIA auch in den kommenden Monaten gezielt fördern.

Die Katastrophen- und Versorgungshilfe von humedica und dem lokalen Partner wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland durch ein Budget unterstützt.

Der kleine Säugling Riday verlor seine Familie und sein Zuhause, leider ist auch sein eigenes Leben noch immer bedroht. Foto: Sandra Schuckmann-Honsel

Einzelfallhilfe: Säugling Riday noch immer in Lebensgefahr

Das zweite humedica-Einsatzteam in Bangladesch wurde von PRO 7 begleitet. Der Münchener Fernsehsender berichtete in bewegenden Bildern von der Arbeit der Ärzte und einem traurigen Fall: Der vier Monate alte Riday wurde von seiner Tante zum humedica-Team gebracht. Die Ärzte rangen um das Leben des Säuglings, der stark unterernährt war und mit einer Lungenentzündung zu kämpfen hatte. Nach dramatischen Stunden und einem waghalsigen Transport ins Krankenhaus schien zunächst festzustehen, dass Riday überleben wird. Leider ist sein Zustand nach einem von humedica finanzierten Krankenhausaufenthalt immer noch sehr kritisch.

Heute, zwei Monate nach der Katastrophe, lebt Riday bei seiner Tante in einem kleinen Dorf nahe Barguna. Sein Gesundheitszustand hat sich nach einer verheerenden Lungenentzündung nicht stabilisiert. Nach Informationen unserer Koordinatorin Sandra Schuckmann-Honsel wirkte Riday sehr angeschlagen. Wir hoffen und beten für eine vollständige Genesung Ridays.

Wir möchten abschließend die Gelegenheit nutzen, uns bei den Ärzten, dem behandelnden Pflegepersonal, den Spendern in Deutschland und auch dem Team von PRO 7 zu bedanken, die mit ihrem Bericht die Zuschauer für das Schicksal von Riday und vielen anderen Menschen in den betroffenen Regionen Bangladeschs sensibilisiert haben.

Wenn Sie die weitere Arbeit von humedica in Bangladesch unterstützen möchten, helfen Sie uns bitte mit einer gezielten Online Spenden unter dem Stichwort "Fluthilfe Bangladesch" auf das Konto Nr. 47 47 bei der Sparkasse Kaufbeuren, BLZ 734 500 00. Vielen herzlichen Dank.

Foto: Jens Großmann

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×