"Überleben ist schmerzhafter als der Tod"

von Steffen Richter, 22.11.2007

Mittlerweile hat das humedica-Ärzteteam per Schiff seinen vorläufigen Einsatzort im Distrikt Barguna erreicht. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur war eine Anreise über den Landweg nicht denkbar. Die Situation am siebten Tag nach der Katastrophe bringt die größte heimische Zeitung Bangladesh Observer auf der gestrigen Titelseite nüchtern auf einen Nenner: "Überleben ist schmerzhafter als der Tod".

Den niederschmetternden Eindruck bestätigte das humedica-Ärzteteam um den Koordinator Dieter Schmidt in den bisherigen Telefonaten nachhaltig: "Die Zahl der Opfer steigt und wird auch weiterhin steigen", lautete die klare Analyse am Donnerstagmorgen.

Mittlerweile gibt es jedoch große Unterschiede in den Angaben zu den Opfern. Während das Militär verlautbaren lässt, bis dato 3.200 Leichen geborgen zu haben, sprechen andere Hilfskräfte in den Zeitungen von mehr als 3.500 Toten. Die Zahl der Verletzten variiert je nach Quelle ab 4.000 Menschen leider nur nach oben in der Skala. Nach wie vor werden 200-500 Menschen vermisst, etwa drei Millionen sind unmittelbar von "Sidr" betroffen, knapp die Hälfte hat durch den Zyklon das Dach über dem Kopf verloren.

Aufgrund des großen Bedarfs an Medikamenten und medizinischer Betreuung sowie der wiederholten Bitte der Regierung an die Weltöffentlichkeit um Hilfe hat humedica bereits ein zweites Einsatzteam auf Abruf bereit stehen.

Dank der Kooperation humedicas mit dem lokalen Partner KOINONIA, der Unterstützung von anderen Nichtregierungsorganisationen und dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland kann die Hilfe über einen medizinischen Einsatz hinausgehen. Mit dem von action medeor bereit gestellten New Emergency Health Kit (auf Basis der WHO-Vorgaben) können über eine Gesundheitsstation 30.000 Menschen insgesamt drei Monate betreut werden. Der Fokus unseres Partners KOINONIA liegt auf technischer Unterstützung, infrastrukturellem Aufbau und Wasseraufbereitung. Mit dem Budget des Auswärtigen Amtes werden im Land Nahrungsmittel, Kochutensilien, Decken und Baumaterialien gekauft und gezielt an Bedürftige weitergegeben.

Selbstverständlich werden wir Sie über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten und Sie regelmäßig mit Informationen und Fotomaterial versorgen.

Um weitere Hilfsmaßnahmen realisieren zu können, bittet humedica die deutsche Bevölkerung dringend um Spenden unter dem Stichwort "Fluthilfe Bangladesch" auf das Konto Nr. 47 47 bei der Sparkasse Kaufbeuren, BLZ 734 500 00.

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