Leben ist nicht gleich leben

von Steffen Richter, 24.10.2007

Besim traf Dr. Sebastian Winkler 2004; für den Jungen eine lebensverändernde Begegnung.

Achtzehn lange Jahre musste Besim aus dem Kosovo auf diesen Moment warten: Gehen, laufen, alltägliche Bewegungen ohne Atembeschwerden, ohne Schmerzen und diese quälende Frage, ob sich jemals was an seinem Zustand ändern würde. Seit wenigen Tagen ist für Besim Leben nicht gleich leben.

Besim Krasniqi ist sechzehn Jahre alt, als er gefunden wird. Gefunden von einem Mann, der seine Profession und Leidenschaft als Arzt einsetzt, um über seine eigene Alltagswelt hinaus zu helfen. Dr. Sebastian Winkler ist Arzt in Deutschland und manchmal vergrößert der engagierte Mediziner seinen Wirkungskreis auf andere Teile unserer Erde. Regionen, in denen Leben für die Menschen in aller Regel einen Kampf bedeutet.

Als Dr. Winkler 2004 während einer medizinischen humedica-Exkursion durch den Kosovo auf Besim trifft, ist schnell klar, dass der damals 16jährige Junge Hilfe braucht. Besim leidet seit seiner Geburt unter einer so genannten Trichterbrust, einer Deformation des Oberkörpers, die in erster Linie große Atemprobleme verursacht. Dr. Winkler greift ein: Gemeinsam mit humedica, der Unterstützung anderer Organisationen und Firmen (u. a. AWD-Stiftung, Bild hilft e. V., Ronald McDonald House, Austrian Airlines) organisiert er die Reise sowie den Aufenthalt von Besim in Deutschland. Und Dr. Winklers Hilfe geht weiter: Er überzeugt den renommierten Professor Dr. Mau von der Charité in Berlin, Besim kostenfrei zu operieren.

Seit wenigen Tagen nun bedeutet Leben für Besim auch leben. Die Operation in Berlin, bei der dem jungen Mann zwei Titanplatten in die Brust eingesetzt wurden, ist hervorragend verlaufen, davon konnten sich humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß und der Leiter der Projektabteilung, Markus Köhler, während eines Krankenbesuchs überzeugen (das Foto zeigt auch die humedica-Mitarbeiterin im Kosovo, Cindy Johnson, die Besim nach Berlin begleitete).

Besim hatte nur eine sehr eingeschränkte Perspektive für sein Leben. Niemals hätte er für seinen Lebensunterhalt uneingeschränkt selbst sorgen können. Niemals sich frei bewegen, laufen, Sport treiben können. Die Dankbarkeit von Besim und seiner Familie in Worte zu fassen ist kaum möglich, aber nur die vage Vorstellung davon ist Motivation genug, jeden Tag weitere Hilfe zu leisten. Hilfe für Menschen, die uns brauchen und deren Leben wir gemeinsam nachhaltig verändern dürfen.

Vielen Dank an alle beteiligten Menschen, Organisationen und Firmen für jede Form der Unterstützung. Insbesondere auch im Namen von Besim und seiner Familie.

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