Äthiopien: Ärzteteam hilft an verschiedenen Stellen im Land - Teil 2

von Steffen Richter, 21.12.2007

Fortsetzung Finincha

"Wir haben uns entschieden, neben der direkten medizinischen Behandlung Weiterbildung in den Dörfern anzubieten. Zu diesem Zweck wurden von den örtlichen Kirchengemeinden Frauen aus den umliegenden Dörfern ausgewählt, um an einem 3-tägigen Kurs über medizinische Grundlagen, Hygiene und Prävention teilzunehmen. Geplant war der Kurs für 20 Frauen, gekommen sind 52 - so groß war das Interesse. Fazit des ersten Tages: "Wir wussten schon, dass es wichtig ist sich zu waschen. Wir dachten, man wäscht sich, damit man schön aussieht. Heute haben wir gelernt, dass man sich wäscht, damit man gesund bleibt!" In den drei Tagen wurden Themen wie Hygiene, Übertragung von Krankheiten, Parasiten und Schädlinge, Malaria, Schwangerschaft und Geburt, Ernährung und schädliche traditionelle Praktiken angeschnitten. Gelehrt wurde abwechselnd vom ganzen humedica-Team auf Englisch, mit zweifacher Übersetzung ins Amharische und Sidamo.

Die Frauen waren mit Eifer bei der Sache und stellten auch viele Fragen. Viel Freude hatten wir auch an den voller Inbrunst gesungenen Liedern zum Einstieg. Alle wollen gerne wiederkommen und mehr lernen, so dass wir weitere Einsätze in dieser Gegend planen. So können wir mittelfristig Multiplikatorinnen ausbilden und auf ihre Fragen eingehen. Schön war auch, dass Matthias Franke uns nicht nur durch sein photographisches Talent unterstützt hat, sondern auch noch morgens vor der Kursen den Frauen, die ja aus umliegenden Kirchengemeinden kamen und von Pastor Samuel, dem Schulleiter eingeladen worden waren, eine biblisch fundierte Einführung z.B. über den Wert der Frau und der Kinder gehalten hat! Am letzten Kurstag luden wir die Familien der Schulkinder zu einem Essen ein sowie die Frauen des Kurses. Es kamen etwa 400 Personen. Matthias lehrte über Vaterschaft, ein wichtiges Thema in Äthiopien. Ich konnte unsere Arbeit näher erklären und vorstellen.

Viele Patienten litten unter Wurmerkrankungen, Malaria, Atemwegsinfekten und Magen-Darm Problemen. Eine Reihe von Kindern haben wir wegen Unterernährung in ein therapeutisches Ernährungszentrum der Mutter-Theresa Schwestern überwiesen. In einigen Fällen waren auch Krankenhauseinweisungen nötig. In diesen Fällen haben wir humedica-Spendengelder für die Weiterbehandlung der Patienten da gelassen und wir werden vom Schuldirektor über den weiteren Verlauf informiert werden.

Der kleine Genet (5 Jahre) litt unter einem schweren Infekt, sein Bauch war aufgequollen und schmerzte. Wir brachten ihn noch am selben Tag nach Awasa. Ein dreijähriges Mädchen hatte hohes Fieber und konnte die verabreichte Medikation gegen Malaria nicht bei sich behalten. Das Fieber stieg auf über 41 Grad an und nur durch den schnellen Transport ins Krankenhaus, wo sie über Infusion therapiert wurde, konnte ihr Leben gerettet werden.

In wenigen Tagen veröffentlichen wir den dritten und letzten Teil des Berichts von Susanne Merkel. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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