humedica-Ärzteteameinsatz hinter Gittern

von Joachim Panhans, 19.03.2007

In einer ruhigen Nacht im November brachen siebenundvierzig Gefangene die Riegel ihrer Zelle auf und schlüpften durch die Gefängnistore in die Freiheit. Diese Flucht war nicht ungewöhnlich in diesem liberianischen Gefängnis. Das bemerkenswerte jedoch war, dass ein Gefangener in der Zelle blieb, aus der die anderen geflohen waren.

Die Gefängniswärter entdeckten den jungen Mann am nächsten Morgen in der unverschlossenen Zelle. Sie waren erstaunt, dass er nicht mit seinen Zellgenossen geflohen war. Die Wärter berichteten Frau Fatumatta Sheriff, Vorstandsmitglied von Prison Fellowship Liberia und stellvertretende Justizministerin über diesen Vorfall. Frau Sheriff fragte persönlich den Gefangenen warum er nicht auch geflohen sei. Aus Dankbarkeit, erklärte er, einfach Dankbarkeit, für Hilfe die ihm vor einem Monat widerfahren war.

Er war einer der Patienten, die im Oktober während des "PF Global Assistance Programms", das in sechs Gefängnissen in Monrovia und Umgebung durchgeführt wurde, von humedica-Ärzten behandelt wurde. Der junge Mann litt seit 15 Jahren an Schmerzen, die von einem Zahnabszess herrührten. Er wartete hoffnungsvoll in der Schlange, um von einer Zahnärztin untersucht zu werden Die ehrenamtliche Zahnärztin zog den Zahn und erlöste ihn somit von den jahrelangen Schmerzen. "Diese Menschen kamen um uns zu helfen" erklärte er Frau Fatumatta. "Sie verließen ihr komfortables Leben und kamen zu uns ins Gefängnis um uns zu helfen. Ich möchte meine Strafe verbüßen und ein besserer Mensch werden, sowie die Zahnärztin".

Fatumatta Sheriff überprüfte den Fall des 23 Jahre alten Mannes und stellte fest, dass er schon seit sechs Monaten wegen Diebstahl im Gefängnis saß. Die stellvertretende Justizministerin fragte ihn eindringlich "Versprichst Du nie, wieder zu stehlen?" "Ich verspreche es", versicherte er. Darauf hin trat Frau Fatumatta für seine vorzeitige Entlassung bei den zuständigen Stellen ein. Er wurde tatsächlich begnadigt und konnte als freier und rehabilitierter Mann durch die Gefängnistore gehen.

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