7. Internationales humedica-Leitertreffen

von Joachim Panhans, 02.04.2007

In der ersten Reihe, die Leiter der verschiedenen humedica-Niederlassungen, bei der Begrüßungsfeier in Krusche e Vogel.

Während über die Katastrophen- und Nothilfeprojekte von humedica mittlerweile immer häufiger bundesweit in den Medien berichtet wird, sind die übrigen Aktivitäten unserer Organisation weit weniger bekannt. Im Rahmen der sog. Versorgungshilfe versenden wir jedes Jahr auf dem Land-, Luft- und Seeweg bis zu 500 Tonnen Hilfsgüter in alle Welt.

Es handelt sich dabei in erster Linie um Sachspenden der deutschen Industrie, die gemeinnützigen Projekten, wie z.B. Krankenhäusern, Missionsstationen und Kinderheimen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dabei arbeitet humedica mit zuverlässigen und erfahrenen Partnerorganisationen zusammen.

Aber auch eigene Projekte dort, wo humedica als Hilfswerk registriert ist, sind regelmäßige Empfänger dieser wertvollen Güter. Die Gründung von nationalen humedica-Organisationen ist entweder das Resultat eines vorangegangenen, oftmals langjährigen Hilfsengagements aufgrund einer natürlichen oder auch von Menschen verursachten Katastrophe (wie z.B. in Sri Lanka und dem Kosovo) oder einer chronischen Notsituation in einem Entwicklungsland, wie Brasilien, wo Kinder häufig auf der Straße landen, weil ihre Eltern nicht in der Lage sind, sie ausreichend zu versorgen. In Kanada und Belgien wurde humedica gegründet, um weitere Spenden für die weltweiten Aktivitäten der Organisation zu sammeln.

Wolfgang Groß mit Kindern der humedica-Kindertagesstätte, währen des 7. humedica-Leitertreffens, vor der KITA in Krushe e Vogel.

Alle zwei bis drei Jahre treffen sich die verantwortlichen Leiter der verschiedenen humedica-Niederlassungen. Im Rahmen dieser Konferenz berichten die Teilnehmer einerseits über die geleistete Hilfe und fällen andererseits strategische Entscheidungen für die Zukunft. Darüber hinaus dient sie dazu, das Zusammengehörigkeitsgefühl der über mehrere Kontinente verteilten Hilfswerke zu fördern. Das jüngste Treffen fand in der Zeit vom 5. bis 11. März 2007 im Kosovo statt, wo humedica in Krushe e Vogel seit dem Jahr 2000 eine Kindertagesstätte unterhält, die mit großzügiger Unterstützung der Benefizaktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks gebaut werden konnte. Außerdem finden im Kosovo Einsätze der humedica-Ärzteteams mit einer mobilen Klinik statt, und zwar in entlegenen Dörfern, die über keine regelmäßige, medizinische Versorgung verfügen.

Die Ortschaft Krushe e Vogel liegt im sog. Deutschen Sektor des Kosovo, nahe der Stadt Prizren. Dort befindet sich auch das Hauptquartier der Bundeswehr als Teil der multinationalen Friedenstruppe KFOR. Die humedica-Delegation wurde am 7. März vom stellvertretenden Kommandeur empfangen und nahm die Gelegenheit wahr, um sich für die vielfältige Unterstützung der Bundeswehr in den vergangenen Jahren zu bedanken.

Erst kürzlich hatte die Kindertagesstätte wieder konkrete Hilfe erhalten, als die Abflüsse verstopft waren und ein entsprechend ausgerüstetes KFOR-Fahrzeug die Rohre wieder durchgängig machte.

Wolfgang Groß mit Kindern der humedica-Kindertagesstätte, währen des 7. humedica-Leitertreffens, vor der KITA in Krushe e Vogel.

Am selben Tag wurden die humedica-Leiter auch noch vom Bürgermeister der Stadt Prizren empfangen, der sich anschließend im Rahmen einer Pressekonferenz mit verschiedenen TV- und Radiostationen sowie Vertretern von Printmedien für die langjährige Hilfe von humedica in seinem Verwantwortungsbereich herzlich bedankte. Dabei hob der Politiker auch die Einsätze der humedica-Ärzteteams während des Kosovo-Krieges im Jahr 1999 in albanischen Flüchtlingslagern hervor, sowie die Ferienfreizeiten, die ehrenamtliche Mitarbeiter zwischen Juli und September 1999 in Prizren für Kinder durchführte, die traumatisiert aus den Flüchtlingslagern in ihre zerstörte Heimat zurückgekehrt waren.

Ziel der verschiedenen humedica-Organisationen für die kommenden fünf Jahre ist vor allem die Ausweitung der bereits durchgeführten und bewährten Hilfsmaßnahmen. Die Berichterstattung des srilankischen humedica-Direktors, Sam Rajasuriar, über den Erfolg des 2005 nach der Tsunamikatastrophe begonnenen Familienpatenschaftsprojekts, führte auch bei den übrigen Leitern zu dem Wunsch, diese direkte und persönliche Art der Unterstützung für besonders bedürftige Familien in den kommenden Jahren auch in ihren Ländern einzuführen.

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