humedica versorgt Flüchtlingslager um Beirut

von Ottmar Schrupp, 10.11.2006

Wörner u. Krimpmann

humedica ist weiterhin mit zwei Ärzteteams im Libanon tätig. Der Würzburger Mediziner Dr. Ludger Blecher und die Kranken-schwester Alexandra Peetz (München) haben den Arzt Michael Wörner (Altenkunstadt) und den Rettungsassistenten Michael Krimpmann (Münster/Westfalen) abgelöst, die seit dem 7. August Patienten in Flüchtlingslagern um Beirut versorgten.

Dank neuerlicher Hilfe von Austrian Airlines, konnte humedica kostenfrei weitere Medikamente und Verbandstoffe sowie dringend benötigte Arzneimittel für chronisch Kranke auf dem Luftweg über Damaskus / Syrien in den Libanon einführen, womit etwa 3.000 weitere Patienten versorgt werden können.

Die beiden humedica-Ärzteteams haben inzwischen Beirut verlassen und versorgen nun die Bewohner mehrerer Dörfer in der Umgebung von Tyros, die unmittelbar nach Inkrafttreten des Waffenstillstands in den Süd-Libanon zurückkehrten. Nach UNO-Angaben reisten rund 520.000 Vertriebene und Flüchtlinge in ihre Heimatstädte und -dörfer zurück. Weitere 200.000 Menschen machten sich nach Erkenntnissen des Welternährungsprogramms (WFP) auf den Heimweg in die südlichen Stadtteile der Hauptstadt Beirut. In Sidon und um die Hafenstadt Tyros erkundete humedica zwischenzeitlich Hilfsmöglichkeiten. Laut einem Bericht unseres Projektleiters Hans Musswessels, der zur Projektplanung aus dem Sudan angereist war, sind teilweise bis zu 70 Prozent der Häuser durch den Krieg beschädigt oder vollkommen zerstört worden. In viele Ortschaften können die Menschen nicht zurück, da befürchtet wird, daß dort noch mehrere tausend nicht explodierte Bomben, sog. Blindgänger, liegen. Erst wenn Räumkommandos die jeweilige Region frei geben, dürfen die Bewohner in ihre Orte zurückkehren.

Die Krankenschwester Alexandra Peetz beschreibt die Situation aus ihrer Sicht in einer eMail-Nachricht: "Die Leute sind sehr dankbar und alles ist ruhig. Wir fühlen uns in keinster Weise bedroht. In den Dörfern sind ziemlich viele Häuser und Tankstellen total zerstört. Die Leute sind arm und es gibt dort aufgrund der zerstörten Infrastruktur im Moment keine Elektrizität. Wir arbeiten in kleinen Kliniken vor Ort. Der Arzt, der normalerweise dort sein bzw. vorbei kommen würde, ist aufgrund der außerordentlichen Situation oftmals noch nicht zurückgekehrt".

Vielfach wurde auch die Trinkwasserversorgung unterbrochen, da das Leitungsnetz durch die Bombardements zerstört wurde. Es wird Monate, wenn nicht Jahre, dauern, bis die Infrastruktur wieder intakt ist. humedica wird daher mit Unterstützung durch UNICEF und Operation Blessing in den kommenden Wochen zunächst 30 Wassertanks aufstellen, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen unserer Organisation kostenlos zur Verfügung stellte, damit die Menschen zumindest sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben.

Dank einer Zuwendung des Auswärtigen Amtes in Höhe von 50.000 Euro kann das 10-köpfige humedica-Team darüber hinaus etwa 3.800 Rückkehrerfamilien mit Hygieneartikeln, wie z.B. Seife, Shampoo, Zahnbürste, Zahnpasta, Waschpulver und Damen-binden, versorgen. Die Verteilung erfolgt in den Dörfern, die auch von der mobilen Klinik angefahren werden.

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