Botschafterin von Uganda zu Gast

von Ottmar Schrupp, 08.11.2006

v.l.n.r: Georg Müller, Celia Senkel, Botschafterin Prinzessin Elizabeth Bagaaya von Toro und Wolfgang Groß

Dem 1999 in Wetzlar gegründeten christlichen humedica-Ärzteteam gehören inzwischen rund 750 Ärzte, Pflegekräfte und weitere Spezialisten an. Seit seiner Gründung haben die Mitglieder ehrenamtlich in Krisen - und Kriegsgebieten sowie bei Katastrophen wie Erdbeben, Kriegen, Wirbelstürmen und Hungersnöten medizinische Hilfe geleistet. Das gab humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß (Kaufbeuren bei Augsburg) beim Jahrestreffen des Ärzteteams vor rund 60 Besuchern bekannt.

Prominentester Gast des humedica-Ärzteteam Jahrestreffen war die Botschafterin von Uganda, Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Elizabeth Bagaaya von Toro. Die Prinzessin hatte humedica im Rahmen der Internationalen Berliner Begegnung im Juni 2006 kennengelernt und um Unterstützung für ihr Heimatland gebeten. Sie berichtete, dass es bereits seit 1894 ein Krankenhaus in der Hauptstadt des Königreiches Toro, in Fort Portal, gibt. Dort sei die erste Operation in dem Königreich durchgeführt worden, das im Südwesten Ugandas liegt und an den Kongo angrenzt. Wichtig war es der Diplomatin zu erwähnen, dass das Christentum dem Königreich einst Frieden und soziale Einrichtungen gebracht habe.

Unter den früheren Machthabern Obote und Idi Amin habe das Krankenhaus allerdings Schaden genommen. Die Botschafterin lud humedica ein, sich beim Ausbau der Klinik zu engagieren. Humedica-Leiter Wolfgang Groß versprach einen Besuch im nächsten Jahr, um zu klären, ob das Hilfswerk mit Medikamenten, medizinischen Geräten oder auch Ärzten und Pflegekräften die Arbeit unterstützen kann.

In seinem Rückblick erinnerte Groß daran, dass das humedica-Ärzteteam in dem Berichtsjahr in acht Einsatzländern tätig war. Im August ist er selbst mit einem Team in den Libanon gereist, um die Menschen in den Flüchtlingslagern zu betreuen, die vor den Beschuss durch Israel ihre Häuser im Süden aufgeben mussten. Als die Kriegshandlungen eingestellt wurden, ist das Ärzteteam mit den Rückkehrern in den Südlibanon gezogen und hat mit medizinischer Versorgung, Verteilen von Hygieneartikeln und dem Aufstellen von Wassertanks über die Menschen begleitet.

In Somalia hat humedica ein zehn Jahre lang stillgelegtes Krankenhaus wieder in Betrieb genommen. In Indonesien übernahm das Ärzteteam nach einem Erdbeben die Versorgung von Überlebenden auf der Insel Java.

Im Sudan versorgt humedica inzwischen drei Flüchtlingslager. Angesichts der unsicheren politischen Lage wird die Situation immer angespannter. Humedica hilft nicht nur medizinisch, mit Lebensmitteln und Kochgeschirr. Das Hilfswerk hat auch Kindergärten und Schulen eingerichtet, um den jungen Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dabei wird es durch das Auswärtige Amt und die Kindernothilfe (Duisburg) unterstützt.

Parallel zum Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Wahlen im Kongo, dem früheren Zaire, hat humedica einen Einsatz begonnen. Hier leisten die Mediziner und Pflegekräfte vor allem Hilfe in Slumvierteln. Auch hierbei wird das Werk vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Im Niger, wo Hungersnot herrscht, hat humedica von August 2005 bis April 2006 ein Zentrum für unterernährte Kinder unterhalten. Über 20.000 Menschen konnten während dieser Zeit behandelt und versorgt werden. Auch 2000 Tonnen Nahrungsmittel wurden an die Bevölkerung verteilt, Schulen gefördert und Schulranzen verteilt. Noch immer sind über 90 Prozent der Einwohner Analphabeten.

Ein zweiwöchiger Einsatz führte ins westafrikanische Liberia, wo die neun Ärzte und Pflegekräfte die Insassen von vier Haftanstalten medizinisch untersucht und behandelt haben.

Groß berichtete, dass sich die Arbeit von humedica vor allem durch die Tsunami-Hilfe erheblich ausgeweitet habe. Derzeit sind 20 Mitarbeiter in Kaufbeuren tätig, um die Hilfe in aller Welt zu koordinieren. Für das nächste Jahr sind drei Hilfseinsätze in Gefängnissen vorgesehen, einer davon soll im März nach Kolumbien führen.

Der Ärztliche Direktor des humedcia-Ärzteteams, der Allgemeinmediziner Georg Müller (Solms bei Wetzlar), betonte, dass die ehrenamtlichen Kräfte nicht nur in Notfällen medizinische Hilfe bringen möchten, sondern auch die Liebe Gottes den Menschen in die Herzen geben wollen.

Meldung: 08.11.2006 bei www.glaube24.de

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×