Aufbau der Klinik in El Waaq

von Ottmar Schrupp, 10.11.2006

Eröffnung der Klinik in El Waaq

El Waaq, Juni 2006 - Nachdem humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß vom Außenminister der somalischen Übergangsregierung, S.E. Abdullahi Sheikh Ismail, dringend um Hilfe für seine Landsleute gebeten worden war, bereitete humedica sich in den vergangenen zwei Monaten auf einen Hilfseinsatz, in dem von Anarchie und Bürgerkrieg zerrissenen Land am Horn von Afrika, vor.

Armut und medizinischer Notstand

Im Mai waren Thomas Lang , Direktor Internationale Projekte, und Peter Otieno, Somalia-Koordinator, zur Sondierung der aktuellen Lage mehrere Tage lang in der somalischen Provinz Gedo unterwegs. Dabei wurden sie von den Verantwortlichen der Provinzregierung begleitet. In den besichtigten Dörfern und Städten herrscht eine unglaubliche Armut und absoluter medizinischer Notstand.

Sichere Bedingungen für die humedica-Mitarbeiter

Im Verlauf der Gespräche erklärte der Ministerpräsident der Provinz Gedo, Hussein Ah. Cabdi Ismaail, dass in diesem Teil Somalia’s die Bevölkerung weitestgehend entwaffnet wurde und nur noch reguläre Polizei im Einsatz sei. Zusammen mit den Ältesten, Sheikhs, Bürgermeistern und dem Landrat, wurde in den letzten zwei Jahren unter schwierigsten Bedingungen eine funktionierende, gemeinsame Regierung für Gedo aufgebaut. Nach mehrtägigen Verhandlungen mit dem Ergebnis der Zusage aller politischen Vertreter und Repräsentanten der konkurrierenden Familien-Clans, dass die humedica- Mitarbeiter unter sicheren Bedingungen arbeiten können, reiste am 26.Juni Dr. Stefan Spathelf in das Einsatzgebiet, um gemeinsam mit Krankenschwester Alexandra Peetz die Arbeit in El Waak aufzunehmen. Krankenschwester Alexandra Peetz, berichtet hierzu in einer Email:

"Ich kann sagen das mich die Somalis sehr beeindruckt haben und ich sehr gerne in El Wak war. Auch die Arbeit in der Klinik hat mir sehr viel Spaß gemacht. Zu keiner Zeit habe ich mich wirklich bedroht gefühlt trotz all der Geschichten und dem Fakt das viele Männer immer noch mit irgendwelchen Waffen rumlaufen. (Nach den Friedensverhandlungen nur noch die Polizei, obwohl die keine Uniformen haben und somit für uns Auswärtige gleich aussehen) Die Leute dort brauchen Hilfe und wollen auch Frieden und Sicherheit vor allem auch für sich selbst. Natürlich kann kein Land/Regierung/Lokale Gremien für all ihre Bewohner garantieren. Sowenig wie die Polizei oder Regierung in Deutschland garantieren kann, dass einem sicher nichts passiert, kann auch das lokale Gremium in El Wak das nicht. Aber sie haben bestimmt, das außer der Polizei niemand Waffen tragen kann. Außerdem haben die Elders (Älteste) Wort gehalten indem sie uns unmittelbar informierten als ein kleiner Streit auftrat und uns gebeten die Arbeit für den Tag einzustellen bis sie die Meinungsverschiedenheiten beheben konnten. Am nächsten Tag konnten wir wieder ungestört arbeiten."

Renovieren als Hoffnungszeichen

Zunächst wurde in El Waaq eine seit 15 Jahren leer stehende Klinik renoviert, um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Nach 15 Jahren Zerfall...

... endlich ein neuer Anfang!

"Gleich am ersten Tag haben wir einem kleinen Mädchen ,das einen gebrochenen Arm hatte die Reise nach Mandera ermöglicht, wo es ein Röntgengerät und einen OP gibt. Die Kleine hatte den Arm schon seit einiger Zeit gebrochen. Die Eltern sind zu traditionellen Heilern gegangen, die den Arm provisorisch versorgt und geschient hatten bis sie schließlich zu uns kamen, als wir die Klinik eröffneten. Die Menschen haben alle möglichen Beschwerden und sind sehr froh das sie endlich eine Klinik haben zu der sie gehen können!" (aus dem Bericht von Krankenschwester Alexandra Peetz).

Dr. Stefan Spathelf mit einem der ersten Patienten

Über den bisher geleisteten Einsatz hinaus ist der Betrieb einer Ernährungsstation geplant. Viele Kinder in der Region sind stark unterernährt, sodass für sie bereits eine Infektionskrankheit das Todesurteil bedeuten würde.

Da uns für einen langfristigen Einsatz bisher nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, bitten wir Sie herzlichst um Unterstützung, damit dieses lebensrettende Projekt solange betrieben werden kann, bis sich die Situation signifikant geändert und die Klinik an einheimische Kräfte übergeben werden kann.

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