„Wenn Du einmal die Detonation einer Bombe gehört hast – das vergisst Du nie“

„Ich bin Ärztin – ich habe einen Eid darauf geschworen, anderen Menschen zu helfen“, erklärt Yulija. Sie ist selbst Mutter – trotzdem oder genau deswegen fährt sie immer wieder in die Nähe der Frontlinie, um anderen Frauen und ihren Kindern zu helfen. Yulija ist bei einem Krankenhaus in Kyiv angestellt. Regelmäßig fährt sie aber mit sogenannten mobilen Kliniken in Gebiete, wo die Gesundheitsversorgung nicht so gut ist wie in der Hauptstadt. Seit im Februar der Krieg in der Ukraine begonnen hat, ist das fast überall im Osten der Fall – vor allem da, wo gekämpft wird oder gekämpft wurde.

Hilfe vor allem in den umkämpften Gebieten

„Hier in Kyiv gibt es genügend gute Ärzte,“ sagt Yulija. „Ich möchte dort helfen, wo meine Hilfe dringender gebraucht wird.“ Deshalb steigt sie immer häufiger in die zu kleinen Krankenhäusern umgebauten Rettungswägen und fährt Stunde um Stunde Richtung Kriegsgebiet. „Es ist nicht nur die medizinische Hilfe, die wir leisten,“ berichtet sie. „Die Menschen haben durch uns auch das Gefühl, dass das Leben weiter geht und dass jemand an ihren Sorgen Anteil nimmt.“ Viele von Yulijas Patienten haben alles verloren und sind traumatisiert. „Wenn Du einmal gehört hast, wie eine Bombe wenige Häuser von Dir entfernt detoniert – das vergisst Du nie.“

Die Trauer um ihre Angehörigen ist allgegenwärtig in der Ukraine. Foto: PFR

humedica unterstützt die mobilen Kliniken, mit denen Yulija unterwegs ist, finanziell. „Es werden immer mehr zu mobilen Kliniken umgebaute Krankenwägen benötigt und die brauchen medizinische Geräte,“ erklärt Felix Dekant, der bei humedica das Projekt betreut. „Ich bin den Spendern sehr dankbar, die diese Hilfe möglich machen.“

Hilfe wird in den ukrainischen Kriegsgebieten quasi überall benötigt. Seit Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar machen sich deshalb Woche für Woche LKW von der humedica-Zentrale in Kaufbeuren aus auf den Weg Richtung Osten. „Sie haben meist Medikamente und andere medizinische Güter geladen, mit denen wir Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen im ganzen Land unterstützen,“ erklärt Damien Marion, der bei humedica die Hilfsgütertransporte koordiniert. „Darüber hinaus verteilen unsere Partner Lebensmittel an all diejenigen, die durch den Krieg alles verloren haben. Jetzt im Winter ist es kalt. Strom fällt immer wieder aus. Energie zum heizen ist kaum zu bekommen. Wir verteilen deshalb auch Brennholz und Generatoren.“

Egal ob umgebauter Krankenwagen oder Gemeinderaum: Die Ärzte behandeln die Menschen dort, wo immer es möglich ist.

Katia und ihr Sohn Tymur sind dankbar für diese Hilfe. Die Ärztin und ihr neunjähriger Sohn flohen kurz nach Kriegsbeginn aus ihrem Dorf in der Nähe von Kyiv – gerade noch rechtzeitig. Nachdem sie weg waren, wurde es komplett zerstört. Wer fliehen wollte, wurde umgebracht. Unterwegs gerieten die beiden in Bombenbeschuss. „150 Meter von uns weg klaffte plötzlich eine Lücke in einem Wohnblock, in die vier Kleinbusse passten.“ Tymur kommen die Tränen, wenn er daran zurückdenkt. Immer wenn er ein Geräusch hört, wird er wachsam. Jetzt sind die beiden erstmal in Sicherheit – so es die gibt in einem Land, in dem Krieg herrscht.

32 Kamele, 26 Kühe und 135 Ziegen besaß Hawa mal – jetzt sind sie fast alle tot. Was die Tiere produzierten, davon konnten die alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder leben – den Rest verkauften sie. Hawas Mann starb, als sie mit dem jüngsten Kind schwanger war – seitdem muss die 49-jährige die Familie allein durchbringen. Alles andere als einfach im Süden Somalias, wo es seit über vier Jahren nicht geregnet hat. „Die Böden sind ausgetrocknet. Es wächst dort kaum noch etwas. Wir hatten einen Brunnen, doch der ist versiegt,“ erzählt Hawa. „Wasser zuzukaufen konnte ich mir nicht leisten – das ist viel zu teuer.“

Also verließ sie schweren Herzens ihre Weideflächen und zog mit ihrer Familie nach Dollow, wo es große Flüchtlingslager gibt. Bevor sie in Dolow ankam, war sie mehrere Tage dorthin unterwegs und erinnert sich noch sehr genau an die Strapazen der Reise: „Wir wussten nicht, wo wir die nächste Mahlzeit hernehmen sollten. Tagelang hatten wir nichts zu essen. Wir mussten um Wasser betteln, denn die Wasserstellen waren versiegt. Wo es noch Wasser gab, war es verunreinigt. Wasser aus Flaschen gibt es nur in den großen Städten und für viel Geld. Das konnten wir uns nicht leisten,“ berichtet Hawa. Sie ist froh, jetzt Hilfe zu bekommen.

Mit Lebensmittelgutscheinen Hunger bekämpfen

Über den örtlichen Partner „Kaalmo Relief & Development“ (KRD) versorgt humedica Hawas Familie und viele andere im Camp mit Lebensmitteln. Die Familie erhält Gutscheine, die sie im Geschäft gegen Reis, Bohnen, Zucker, Reis und Weizenmehl eintauschen kann. „Das hilft, dass ich meine Familie wieder ernähren kann“, erzählt Hawa dankbar.

„Das Gutscheinsystem, das wir in Dollow anwenden, hat gleich mehrere Vorteile“, erklärt Vjollca Racaj, die bei humedica für das Projekt in Somalia verantwortlich ist. „Die Familien können das essen, was sie mögen und wie es ihrer traditionellen Ernährung entspricht. Da wird nichts vorgegeben. Dadurch, dass die Gutscheine bei örtlichen Händlern eingelöst und die Lebensmittel nicht einfach verteilt werden, unterstützen wir außerdem die örtliche Wirtschaft. So erhalten wir die Lebensgrundlage auch für die örtlichen Händler und schaffen Arbeitsplätze für sie.“

Auch Mohammed freut sich über die Unterstützung. Der Vater von neun Kindern hätte nie damit gerechnet, für das Hilfsprogramm von KRD und humedica ausgewählt zu werden. „Ich musste mich entscheiden, schicke ich meine Kinder zur Schule oder kaufe ich essen“, erzählt er. „Jetzt stellt sich die Frage nicht mehr. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Dank Ihrer Spende konnten wir das Leben der Familien von Hawa und Mohammed verändern. Bitte bleiben Sie mit uns an der Seite der Menschen am Horn von Afrika.  

„Das Besondere an ‚Geschenk mit Herz‘ ist diese unglaubliche Dynamik“, Roswitha Bahner-Gutsche ist voll dabei, wenn sie von „ihrer“ Aktion spricht. Sie leitet die Weihnachtspäckchenaktion von humedica seit vielen Jahren und weiß: „Geschenk mit Herz bringt alle zusammen.“

Jung und Alt, Unternehmen und Privatpersonen, Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene, die Menschen hier in Deutschland und die Kinder in Osteuropa und Übersee. Einfach jeder ist bei der Weihnachtspäckchenaktion von ­humedica mit Freude dabei. 2022 wird „Geschenk mit Herz“ 20 Jahre alt. „Es ist unglaublich, welche Energien die Aktion freisetzt. Jeder möchte ein Teil davon sein und Kinder in Not glücklich machen“, ist Bahner-Gutsche begeistert.

Deshalb ist „Geschenk mit Herz“ auch so erfolgreich. Zwischen 70.000 und 85.000 Weihnachtspäckchen packen die Menschen in Bayern jedes Jahr. Diese werden dann in Kaufbeuren kontrolliert und anschließend per LKW nach Osteuropa transportiert. „Wie viele Menschen tatsächlich daran beteiligt sind, dass wir am Ende strahlende Kinderaugen sehen können, ist kaum abzuschätzen“, freut sich Bahner-Gutsche. „Es dürften Hunderttausende sein, vom Schulhausmeister über Unternehmen bis hin zu unzähligen privaten Initiativen. Einen großen Anteil unter den Päckchenpackern machen Kindergärten und Schulklassen aus. Viele Lehrer und Erzieher bauen das Thema Solidarität mit Ärmeren in den Unterricht ein und packen gemeinsam mit den Kindern Weihnachtspäckchen. Das Thema passt sehr gut zu St. Martin“, weiß Bahner-Gutsche.

Dabei war „Geschenk mit Herz“ nicht immer so groß. „Wir haben vor 20 Jahren im Umkreis unseres Standortes Kaufbeuren begonnen“, erinnert sich humedica-Lagerleiter Hermann Schäffler an die Anfänge und erzählt weiter: „Damals waren es rund 900 Päckchen, die hier in der Stadt und den umliegenden Gemeinden gepackt wurden.“ Erst als ein paar Jahre später Sternstunden e. V. als Partner dazu kam und der Bayerische Rundfunk zunächst mit Radio Bayern 3, später mit Bayern 2 Medienpartner wurde, nahm die Aktion richtig an Fahrt auf. Die meisten „Geschenke mit Herz“ wurden im Jahr 2014 gepackt. Damals waren es mehr als 93.000.

Die Päckchen werden nochmal liebevoll kontrolliert, bevor sie an die Kinder geliefert werden.

Jedes einzelne gepackte Geschenk wird in der humedica-Lagerhalle noch einmal angeschaut. Deshalb ist es wichtig, dass Deckel und Paket jeweils extra beklebt sind und das Päckchen nur mit einem Gummiband verschlossen ist. Die Kontrolle sei notwendig, damit die Päckchen ungefähr gleichwertig sind, erklärt Bahner-Gutsche. „Man stelle sich vor, zwei Kinder machen miteinander ihre Geschenke auf. Eines ist prall gefüllt mit teuren Spielsachen, im anderen sind nur ein paar wenige Kleinigkeiten. Wie würden Sie sich als das Kind mit dem zweiten Geschenk fühlen?“ Die „Geschenk mit Herz“-Koordinatorin verweist auf die Packliste: „Dadurch, dass wir in der Packliste vorgeben, welche Dinge ins Päckchen gehören, wollen wir solche Ungleichheiten verhindern. Gleichzeitig haben die Päckchenpacker trotz der Liste noch immer genügend Freiräume, um ein individuelles Geschenk zu gestalten.“

Die Kontrolle ist aber auch für etwas anderes gut. „Einmal habe ich eine Krankenkassenkarte aus einem Päckchen gefischt“, erinnert sich Bahner-Gutsche. „Ein Kind hatte sie bewusst, aber ohne Wissen der Mutter, ins Päckchen gepackt. Es habe dafür sorgen wollen, dass sich das Kind, welches das Paket erhält, auch eine gute medizinische Versorgung leisten könne.“ Über eine Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse habe man die Karte schließlich zurückgeben können. Aber auch Autoschlüssel und andere Dinge, die aus Versehen ins Päckchen gerutscht seien, habe man laut Bahner-Gutsche schon gefunden.

Paul Sandor Photography

„Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre ‚Geschenk mit Herz‘ gar nicht möglich. Jedes Jahr nach St. Martin stehen sie in der humedica-Lagerhalle und kontrollieren Päckchen“, berichtet die Aktionsleiterin. Auch bei den meisten Sammelstellen, bei denen Päckchen überall in Bayern abgegeben werden können, sind Ehrenamtliche die treibende Kraft. Und die LKW, die die Päckchen von den Sammelstellen in die humedica-Zentrale in Kaufbeuren transportieren, werden ebenfalls ehrenamtlich gesteuert. „Viele dieser Fahrer nehmen sich extra Urlaub und freuen sich das ganze Jahr auf die Fahrten“, verrät Bahner-Gutsche. „Oft bringen die Kinder die von ihnen gepackten Geschenke persönlich zum LKW und schicken sie damit quasi auf die Reise zu einem anderen Kind.“ „Geschenk mit Herz“ verbindet eben.

Etwas Besonderes geplant ist zum 20-jährigen Jubiläum der Aktion nicht. „Wie immer stehen die Kinder im Mittelpunkt“, erzählt Bahner-Gutsche. „Die strahlenden Kinderaugen am Anfang und am Ende der Aktion sehen zu können, ist für uns Fest genug. Wir hoffen für die nächsten 20 Jahre.”

Katastrophe ohne Ende – warum unsere Hilfe für die Flutopfer von Pakistan jetzt wichtiger ist, denn je

„Das Wasser war überall. Alles wurde zerstört“, berichtet Menno*. Sie und ihre Familie haben alles verloren. „Das Haus ist nicht mehr bewohnbar, das Vieh tot. Wir haben kein Einkommen mehr. Wovon sollen wir leben?“ fragt sie.

Menno lebt im Süden Pakistans – dort wo im Sommer die heftigsten Monsunregenfälle seit Jahrzehnten nieder gingen. Ein Drittel Pakistans wurde dabei überflutet. Über 1.300 Menschen starben, Unzählige verloren ihre Existenz. Insgesamt waren 33 Millionen Menschen von den Folgen der Überflutungen betroffen – die Hälfte davon Kinder.

„Es hat lange gedauert, bis jemand kam, um uns zu helfen“, berichtet Menno. „Wir mussten hungern – einen Tag fanden wir etwas zu essen – am nächsten wieder nicht. Am meisten setzt das den Kindern zu.“

Einen Tag gibt es etwas zu essen, den nächsten nicht. Das ist für Kinder besonders gefährlich.

Über den lokalen Partner „Pak Mission Society“ (PMS) war humedica schnell vor Ort. Dank der Unterstützung unserer Spender konnten wir Menno und viele andere Menschen im Land mit Lebensmitteln und weiteren Dingen versorgen, die ihnen das Überleben sicherten.

Doch auch jetzt, mehrere Monate nach der Katastrophe, ist die Lage für viele Betroffene aussichtslos. Menno hat Angst. „Wir leben noch immer in Zelten. Das Wasser fließt nur langsam ab und es ist feucht“, erklärt sie. „Wir haben keinen Ort, an dem es sauber ist.“   

„Oft ist es so, dass für die Betroffenen auf eine Katastrophe eine weitere folgt, die viel länger andauert“, weiss Steffi Gentner, erfahrene Einsatzkraft und bei humedica für die Koordinierung der Projekte zuständig. „Das Wasser und auch die mediale Aufmerksamkeit sind deutlich zurück gegangen, doch die Probleme der betroffenen Menschen bleiben groß. Sie müssen sich alles wieder aufbauen – das Haus, aber auch die restliche Existenz.“ Bei Menno haben die Fluten mit dem Vieh auch die wichtigste Einnahmequelle der Familie weggespült.

Das Wasser ist zurückgegangen. Doch jetzt sehen sich die Menschen in Pakistan mit zerstörter Infrastruktur konfrontiert.

Hinzu kommt, dass die Fluten in Pakistan auch große Teile der Infrastruktur zerstört haben. „Viele Krankenhäuser sind beschädigt und nicht einsatzbereit. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Krankheiten wie Cholera drohen“, erklärt humedica Pakistan-Experte Klaus Haas. „Das Wasser kann nur sehr langsam abfließen. Zusammen mit Fäkalien bildet sie eine gefährliche Mischung.“

„Die Hilfsbereitschaft unmittelbar nach Katastrophen ist oft groß“, freut sich Steffi Gentner. „Oft ist es aber so, dass Katastrophen auch sehr schnell wieder aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden. Die Aufgabe von humedica ist es deshalb, die Menschen vor Ort, die nach wie vor unsere Hilfe brauchen, nicht allein zu lassen.“

Dafür sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Durch eine regelmäßige Spende befähigen Sie uns, auch langfristig an der Seite von Menschen in Not zu stehen. Herzlichen Dank.

*Name geändert

Zur Schule gehen zu können, bedeutet Hoffnung für die Kinder aus Sangou. Das kleine Dorf liegt im Nordwesten Benins (Westafrika) in der Nähe des großen Nationalparks Pendjari. Die Menschen dort sind fast alle Landwirte, Platz für Agrarflächen ist jedoch kaum vorhanden. Die örtliche Schule kann den Kindern neue Perspektiven eröffnen. Damit das gelingt, will humedica helfen, sie auszubauen.

Früher wohnten die Familien aus dem Dorf auf dem Gebiet des Pendjari-Parks, doch als es in den 1950er Jahren zum Nationalpark erklärt wurde, wurden sie von dort vertrieben. Jetzt leben sie in Sangou, das zwischen dem Pendjari-Park und der Atakora-Bergkette eingekeilt liegt. Ihnen ist klar, dass ihre Kinder keine Zukunftsaussichten in Sangou haben: Schließlich reicht der Platz nicht, damit alle als Landwirte das enge Gebiet bewirtschaften. Andere Berufsmöglichkeiten gibt es kaum in der Region. Zusätzlich bedroht der Klimawandel immer stärker das Überleben der Dorfbewohner, denn der Boden wird immer trockener und versteppt.

Wenn der Schulbesuch eine gesicherte Mahlzeit bedeutet

Die Schule des Dorfes bietet jungen Menschen die Perspektive, auch andere Berufe zu ergreifen. Doch bislang war ein Schulbesuch für alle nicht möglich. Ein Grund: Die Kinder konnten dort nicht verpflegt werden. Die Eltern verbrachten den Tag aber auf dem Feld, welches oft zu weit weg war, um zum Mittagessen nach Hause zurückzukehren. Da ist es einfacher und einträglicher, wenn die Kinder auf dem Feld arbeiten und die Familie dort gemeinsam isst.

Dank der Hilfe durch humedica konnte ein Schulgarten errichtet werden. Dieser wirkt gleich doppelt: „Ich habe durch das Projekt gelernt, Gemüse anzubauen“, erklärt Lisha* stolz und ergänzt: „Das Gemüse, das wir im Schulgarten selbst anbauen, essen wir später selbst . Es ist sehr lecker.“

„Seit wir den Schulgarten haben, melden sich deutlich mehr Kinder in der Schule an“, bestätigt auch Schuldirektor Abdou Moumouni Sourcanéni und ergänzt: „Die Kinderbetreuung wurde ausgeweitet. Der Verbleib der Kinder in der Schule und ihre Ergebnisse verbessern sich.“ Es gibt aber noch viel zu tun: Ein weiterer Brunnen ist für die Verpflegung der Kinder und den Schulgarten notwendig. Außerdem soll eine Mensa gebaut werden, in der die Kinder gemeinsam essen können. Noch müssen dafür ein paar Tische auf dem Schulgelände herhalten.

Doch der Schulgarten schafft auch Hoffnung für die Zukunft: In dem Garten lernen die Kinder, was hier auch unter widrigsten Bedingungen wächst und wie sie es am besten bewirtschaften – und zwar ohne immer mehr Pestizide und Dünger einsetzen zu müssen. Dieses Wissen geben sie auch an die Eltern weiter.

Zu wenig Platz für den Schulerfolg

Auf 380 Schülerinnen und Schüler kommen in Sangou vier staatlich finanzierte Lehrer. Das bedeutet knapp 100 Kinder unterschiedlichen Alters pro Lehrkraft. Schwierige Bedingungen, um Wissen zu vermitteln. Die Dorfgemeinschaft investiert deshalb gemeinsam, um zwei zusätzliche Lehrkräfte zu bezahlen. Der noch fehlende Betrag wird durch humedica finanziert. Trotzdem reicht die Anzahl der Lehrkräfte aufgrund der konstant steigenden Schülerzahl nicht aus.

Außerdem fehlen zwei Klassenräume, Spiel- und Sportplätze, aber auch Bücher und andere Lehrmaterialien. Sourcanéni träumt von der „Schaffung eines vollständig ausgestatteten Computerraumes“. Durch humedica-Spendengelder soll noch ein Gebäudekomplex mit den benötigten Räumlichkeiten entstehen.

Bildung im Zentrum: Davon profitiert das ganze Dorf

Neben Kindern profitieren auch Eltern von dem Projekt, denn es werden Alphabetisierungskurse für Erwachsene angeboten. „Wenn die Eltern ebenfalls lesen und schreiben können, sind sie in der Lage, ihre Kinder zu unterstützen. Je besser sie in der Schule sind, desto besser sind ihre Zukunftschancen“, weiß der Direktor. Ihm ist aber auch bewusst: „Ohne Spenden aus Deutschland ist diese Zukunft in Gefahr. Wir brauchen das Schulgebäude, die Lehrer und den Brunnen, um die Kinder auf das, was sie erwartet vorzubereiten.“ Er appelliert deshalb: „Bitte spenden Sie für die Kinder in Sangou.“

„Ich möchte Ärztin werden“, sagt Aya. „Nicht um reich zu werden. Nur weil ich Menschen wie uns helfen möchte. Menschen, die arm sind und sich keine ärztliche Versorgung leisten können.“ Aya ist 15 Jahre alt und stammt aus Syrien.

Seit 2015 lebt sie in einer informellen Zeltsiedlung im Westen des Libanons – nahe der Grenze ihres Heimatlands – aus dem ihre Familie wegen des Bürgerkrieges geflohen ist. „Um zur Schule zu gehen, mache ich Bastelarbeiten und Armbänder und verkaufe sie“, sagt sie. „Denn meine Eltern können sich meine Schulausbildung nicht leisten. In den letzten Jahren reichte es gerade für das Nötigste“, sagt Aya.

Und es wird immer knapper. Denn der Libanon durchlebt die größte Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die Inflation lag 2021 bei über 150 Prozent. Einfache Dinge wie Brot sind manchmal nicht zu bekommen und wenn, dann bilden sich lange Schlangen vor den Geschäften und schnell ist alles ausverkauft. Mancherorts gibt es sogar einen regelrechten Schwarzmarkt für Nahrungsmittel.

Fast jeder zweite Libanese hat nicht ausreichend zu essen. Erst Corona und dann der Krieg in der Ukraine – beide Faktoren wirken sich beschleunigend auf den wirtschaftlichen Niedergang des Libanons aus. 80 Prozent der libanesischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze – auch die Familie von Aya.

Viele Menschen im Libanon können sich kaum etwas zu essen leisten – geschweige denn medizinische Versorgung.

Krank zu werden, kann sie sich nicht leisten. Ihre Familie auch nicht. Das Gesundheitssystem stand vor der Krise schon nicht jedem offen. Jetzt ist es oftmals unmöglich, eine medizinische Behandlung in den meist privaten Gesundheitszentren zu bekommen. humedica-Ärzte arbeiten deshalb in den Kliniken mit und bieten dort kostenlose Behandlungen an – für Geflüchtete wie Aya, aber auch immer mehr Libanesen, die die hohen Gebühren nicht aufbringen können. Schon die Fahrt aus den oft abgelegenen Dörfern dorthin ist für viele schlicht unerschwinglich. humedica ersetzt ihnen deshalb auch die Transportkosten.

Ein Klinikbus tourt darüber hinaus regelmäßig durch die informellen Zeltsiedlungen im Bekaa-Tal. Er hat das Ziel, die Verbreitung ansteckender Krankheiten in den Lagern zu verhindern. Das Team kümmert sich aber auch um die Psyche. Viele der Geflüchteten haben Schreckliches erlebt – im Krieg, auf der Flucht oder im Camp selbst. Die Armut setzt vielen zu – und dass die Wirtschaftskrise ihre Situation noch aussichtsloser macht. Zurück in die Heimat können viele Syrer noch nicht. Aber auch im Libanon fehlt ihnen zunehmend die Grundlage zum Leben. Demnächst werden es die Ärzteteams wohl immer häufiger mit den Folgen von Mangelernährung zu tun haben. Bereits jetzt bieten die Mitarbeiter Ernährungsberatung in den Gesundheitszentren an. Doch oft sind die Menschen einfach nur froh, sich überhaupt ernähren zu können.

humedica zahlt die Transportkosten ins Krankenhaus, die viele nicht alleine bezahlen könnten.

Bitte helfen Sie uns, den Menschen im Libanon zu helfen. Bitte spenden Sie für Kinder wie Aya.

Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 6,1 im Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan sagt die Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica unmittelbare Hilfe für die Betroffenen zu. Über 1.000 Menschen kamen in Folge der Erdstöße von Dienstagabend ums Leben – Unzählige wurden verletzt oder verloren ihr Obdach. Die de-facto Regierung in Kabul hat Hilfsorganisationen um Unterstützung gebeten.

„Viele Menschen haben durch das Beben alles verloren. Wir werden sie mit dem unterstützen, was sie zum Überleben brauchen, beispielsweise mit Wasser, Lebensmitteln und Hygieneartikeln, aber auch Medikamenten“, erklärt Andreas Dürr. Er ist bei humedica für Hilfsprojekte in Afghanistan zuständig.

„Wir haben den Vorteil, schnell vor Ort Hilfe leisten zu können. Unsere Partnerorganisation AREA führt in der Nähe der Katastrophenregion andere Hilfsprojekte durch. Dadurch sind die Wege nicht weit“, ergänzt Dürr.

humedica wird die Hilfe vor Ort zunächst finanziell unterstützen. „Wir stehen aber in ständigem Kontakt mit den Hilfskräften vor Ort und sind jederzeit bereit, flexibel zu reagieren, sollte sich die Lage verändern.“