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Schutztruppen und Friedenssehnsucht

von Steffen Richter, 26.09.2007

Die Situation ist mit Worten nicht zu beschreiben: Tausende Männer wurden auf brutalste Weise ermordet, Mädchen und Frauen vergewaltigt, ganze Dörfer zerstört. Seit mehr als drei Jahren ist die Region um Darfur Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen dem Militär und Milizen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bisher mindestens 200.000 Menschen getötet worden, rund zwei Millionen Sudanesen befinden sich auf der Flucht. Die Hilfsorganisation humedica e.V. ist seit 2004 in der Krisenregion im Einsatz. Doch die Sicherheitslage ist kritisch. Der Bürgerkrieg macht auch vor humanitärer Hilfe nicht Halt. Jetzt soll eine UN-Friedenstruppe die Situation im Land stabilisieren – eine notwendige Bedingung dafür, dass den Opfern auch weiterhin geholfen werden kann.

Der Sudan ist das größte und eines der vielfältigsten Länder Afrikas. Doch seit 2003 hat niemand mehr einen Blick für diese Schönheit – es herrscht Bürgerkrieg. Die Liste der Grausamkeiten und Menschenrechtsverletzungen ist lang. Viele Menschen wurden getötet, ganze Dörfer geplündert und niedergebrannt, tausende Familien durch Tod oder Vertreibung auseinandergerissen. Tag für Tag erreichen mehrere hundert Flüchtlinge das Auffanglager „Al Salaam“. Seit 2004 leistet humedica e.V. als eine von wenigen Nichtregierungsorganisationen humanitäre Hilfe in der Krisenregion. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der medizinischen und psychologischen Versorgung der sudanesischen Bevölkerung.

Um speziell den Kindern eine Zukunftsperspektive in dieser hoffnungslosen Situation zu schenken, baut humedica in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe, UNICEF und dem „Common Humanitarian Fund“ mehrere Schulen. Seit 2006 hat humedica auch die Koordination im Flüchtlingslager „Al Salaam“ übernommen. Dort hat sich die Situation in den letzten Wochen weiter zugespitzt: Suchten im Mai noch rund 14.000 Flüchtlinge Schutz in „Al Salaam“, so stieg die Zahl auf mittlerweile 37.000 Menschen. Humanitäre Hilfe wird dringend benötigt. Doch es ist die kritische Sicherheitslage, die einen humanitären Einsatz immer wieder in Frage stellt. Um seine Einsatzteams zu schützen, hat humedica bereits ein Sicherheitskonzept eines speziell darauf ausgerichteten Unternehmens erstellen lassen. Auch auf internationaler Ebene erzeugt die instabile Sicherheitslage Sorge. Jetzt hat sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach langer Diskussion dazu entschlossen, eine Friedenstruppe in die Krisenregion Darfur zu entsenden. Mit einer Stärke von rund 22.000 Soldaten soll die UN-Friedenstruppe die mit 7.000 Mann sehr viel kleinere Friedenstruppe der Afrikanischen Union ablösen. Die Anwesenheit einer internationalen Friedenstruppe ist eine wichtige Voraussetzung, um die unsichere Situation im Land – und damit auch der anwesenden humanitären Organisationen – zu stabilisieren. Die Verantwortlichen von humedica sind sich sicher, dass der Einsatz an diesem Ort weitergehen muss, bis dieser Konflikt endlich ein Ende findet. Um die wertvolle Projektarbeit zu realisieren und auch die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren, bedarf es jedoch weiterer Unterstützung, insbesondere finanzieller Art.

Weitere Informationen über die Arbeit von humedica e.V. unter: www.humedica.org

Unter dem Stichwort „Medizinische Nothilfe Darfur“ sind gezielte Spenden auf folgendes Konto möglich: Sparkasse Kaufbeuren, Konto: 4747, BLZ: 73450000
Vielen Dank.

Kaufbeuren, 26. September 2007, 16 Uhr↵

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