Ob dringend benötigte Nahrungsmittel für Burundi, lebenswichtige Impfstoffe für die Philippinen, Krankenhausbetten für Uganda oder Medikamente für die Ukraine – das Hilfswerk humedica ist in allen Armenhäusern und Katastrophenregionen dieses krisengeschüttelten Globus in Aktion. Seit 27 Jahren ist die karitative Organisation mit wenig Personal und großem Einsatz zur Stelle, um Medizin, technische Geräte oder Lebensmittel schnell und gezielt dorthin zu bringen, wo sie gerade dringend gebraucht werden.
Wolfgang Groß und sein Bruder Dieter gründeten 1979 den Verein "humedica e.V." aufgrund persönlicher Erfahrungen der Not in der "Dritten Welt". Einige Jahre führte der gelernte Krankenpfleger Wolfgang Groß den Verein ehrenamtlich alleine weiter, schließlich als einziger angestellter Mitarbeiter. Mittlerweile hat der Verein 16 Vollzeit-, 4 Teilzeitmitarbeiter und 2 Auszubildende. Damals und heute wird eine effektive Hilfe aber nur möglich durch einen unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Helfer aus allen möglichen Berufen und Altersschichten. Mitte der 80er Jahre wurde sich Wolfgang Groß darüber klar, daß er nicht nur aus humanitären Gründen helfen wollte, sondern gerade auch aufgrund der Aufforderung Jesu, selbstlos seine Nächsten zu lieben und das Eigene mit den Bedürftigen zu teilen. Seit vielen Jahren sind die humedica- Mitarbeiter mit nichts anderem beschäftigt, als Transporte mit Hilfsgütern zusammenzustellen und sie bis zur Endverteilung in die zahllosen Katastrophengebiete rund um den Erdball zu begleiten. Sieben Tage die Woche, mitunter rund um die Uhr.
Eigentlich hatte er sich damals an der Krankenpflegehochschule um einen Ausbildungsplatz beworben, erzählt Wolfgang Groß von den Anfängen von "humedica" im Jahr 1979. Zu dieser Zeit hatte er sich einer Gruppe junger Leute angeschlossen, die aus purem Idealismus etwas gegen das Elend in der Welt unternehmen wollten. Eine WohltätigkeitsÂveranstaltung brachte das erste Geld in die Kasse, ein Freund stellte eine Doppelhaushälfte als Büro und Lagerzentrale zur Verfügung.
„Die Sache lief so gut an, daß ich mir sagte, verschieb das Studium, das kannst du später immer noch machen“, erinnert sich der gelernte Krankenpfleger. Dabei ist es bis heute geblieben.
Viele Mitarbeiter und Vereinsmitglieder und die Unterstützung zahlreicher christlicher Gemeinden prägen heute die Konzeption des Hilfswerkes. Nicht mehr allein die materiellen Bedürfnisse der Menschen, auch ihre seelischen und geistlichen Nöte liegen den humedica-Mitarbeitern am Herzen. "Seit ich Christ bin rückt für mich der einzelne Mensch viel stärker ins Blickfeld. Und trotzdem lasse ich mich von der Not nicht erdrücken“, sagt Wolfgang Groß. Mit einer Kiste Antibiotika könne man schon 1.000 Kindern das Leben retten, und wenn nur einer verzweifelten Mutter ihr Säugling nicht stirbt, habe sich die Mühe schon gelohnt.
Mit Unterstützung privater Spender, öffentlicher und privater Institutionen sowie des Auswärtigen Amtes wurden bisher Tausende Tonnen Hilfsgüter und Ärzteteams in Katastrophen- und Notstandsgebiete versendet. Es gehen neben vielen kleineren Hilfssendungen oft ganze Flugzeugladungen mit medizinischer Hilfe und Babynahrung in Hungergebiete wie beispielsweise nach Somalia, in die Sahelzone oder nach Äthiopien. Auch bei schweren Erdbeben in Asien, Mittelamerika oder auch Europa kommt immer wieder dringend benötigte Hilfe aus Deutschland zu den notleidenden Menschen. Flüchtlingen wurde durch den Einsatz des Vereins Hilfe in größter Not zu Teil. Nicht zu vergessen die Linderung des Elends nach Umweltkatastrophen, Wirbelstürmen oder Überflutungen. Choleraepidemien konnten Dank des Einsatzes von humedica vielerorts verhindert oder eingedämmt werden.