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Einzelschicksale in Pakistan – Nicht wegsehen, wo andere nicht hinsehen können

Dörfer im Gebiet Hathango

von Hannah Janvarious/DWA, 04.03.2013
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Begleiten Sie uns erneut in Lebenssituationen von einigen Menschen Pakistans, auf die unser Pakistan-Koordinator Dr. Toni Großhauser zusammen mit Hannah Janvarious von PMS (Pak Mission Society) gestoßen ist. Dr. Großhauser und Janvarious haben sich Zeit für die Anliegen der Menschen genommen und stellen Ihnen die mitunter unvorstellbaren Lebensbedingungen vieler Familien vor.

3. Begegnung: Moti

Moti ist ein einfacher Arbeiter und Bewohner des Dorfes Usman Chaniho A. Er hat zwei Söhne und vier Töchter und ist allein für die Versorgung seiner Familie verantwortlich, weil ihm keines seiner Kinder zur Hand gehen kann.

Dass seine Kinder eine unsichere Zukunft haben, belastet Moti sehr. Er hofft auf Hilfe und eine damit eintretende Besserung. Foto: humedica/PMS

Sein monatliches Einkommen liegt bei 4.000 Pakistanischen Rupien, das entspricht 30 Euro. Er kann sich damit kaum das Nötigste zum Leben für sich und seine Kinder beschaffen. Die ohnehin ärmlichen Dorfgemeinschaften leiden unter den schweren Folgen der Flut, die im September 2011 über Pakistan hereinbrach und alle Gegenden des Südens von Sindh zerstörten, unter anderem das Dorf Usman Chaniho A.

Die Flut ruinierte die Wohnhäuser, schwemmte sie einfach weg, so dass die Situation die Menschen dazu zwang, ihr Dorf zu verlassen und auf höher gelegene Gebiete zu ziehen, wo sie annähernd mit Nichts überleben mussten.

Vier ganze Monate mussten die Dorfbewohner von Usman Chaniho A unter den widrigsten Bedingungen ausharren, bis sie schließlich in ihr Dorf zurückkehren konnten und dort provisorische Unterkünfte errichteten. Die Familien können ihre Häuser nicht ohne Hilfe und Unterstützung neu aufbauen, weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen.

Während der Erkundungstour, die der humedica-Partner Pak Mission Society in Pakistan durchführte, um nach den hilfsbedürftigsten Familien zu suchen, stießen sie auf Moti, dessen Schicksal Hannah Janvarious und ihr Team berührte.

Moti ist nun einer der Geförderten und setzt große Hoffnung in die Hilfe, für sich und seine Familie bald ein besseres, geschütztes Zuhause zu haben.

4. Begegnung: Jethanand

Jethanand Harji ist ein armer Pächter, der kaum etwas besitzt. Er lebt seit 2005 in dem Dorf Babar Hingoro, das zu der Gemeinde Hathango gehört.

Ein neues Haus bedeutet für den Familienvater Jethanad alles - durch Ihre Hilfe wird dies bald möglich sein. Foto: humedica/PMS

Der Pakistaner ist Vater von einer Tochter und vier Söhnen. Sein monatliches Einkommen überschreitet keine 3.000 Pakistanische Rupien (das entspricht knapp 23 Euro) und auch Viehbestand oder andere Einkommensquellen hat er nicht. Er schafft es kaum, seiner Familie zwei Mahlzeiten pro Tag bereitzustellen.

Im Jahr 2011 zerstörte die Flut komplett sein Zuhause und da er noch Schulden in Höhe von 9.500 Rupien hat, ist es schwer, für ihn und seine Familie ein neues Haus aufzubauen.

Während der Begutachtung von PMS wurde Jethanand für das Projekt registriert, so dass er sehr glücklich und dankbar sein kann, seiner Familie künftig Schutz in einem neuen Zuhause bieten zu können.

Weitere Lebensberichte über Einzelschicksale von Menschen aus Pakistan folgen in dem dritten Teil. Begleiten sie die Menschen durch ihre alltäglichen Schwierigkeiten, durch tragische Katastrophen, die ihre Existenz zerstörten in einen Neubeginn, den sie nur mit Hilfe und Unterstützung von außen, durch humedica und andere Hilfsorganisationen, erfahren können.

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