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Dem Einzelnen und der Gemeinschaft eine Stütze sein

von Ruth Bücker, 15.09.2011

Die Bemühungen von humedica zielen stets darauf ab, möglichst vielen notleidenden Menschen zu helfen. Darüber hinaus richten unsere Projektmitarbeiter ihr Augenmerk aber auch auf einzelne Personen, die eine besondere Form der Unterstützung benötigen.

Mehnaz (links vorne) ein halbes Jahr nach der lebensrettenden Operation. Foto: humedica/Toni Großhauser

So wurde humedica-Koordinatorin Heidi Nicklin während ihrer Tätigkeit in Pakistan im vergangenen Jahr auf die junge Mehnaz aufmerksam, deren Krankheit über die ohnehin existenzielle Not der Fluten hinaus ihr Leben bedrohte. Die 22-jährige Mutter eines dreijährigen Sohnes wurde mit Herzschmerzen und Atemnot in ein Krankenhaus eingeliefert.

Als Heidi Nicklin von ihrem Zustand erfuhr, war dieser bereits kritisch. Heidi berichtete uns von einer jungen Frau, die stark geprägt war von ihrer Krankheit, zu geschwächt um an dem Familienleben noch teilzuhaben und sich um ihren Sohn zu kümmern.

Mit Hilfe des humedica-Arbeitszweiges der Einzelfallhilfe konnten wir dank Ihrer Spenden, liebe Freunde und Förderer, der jungen Mutter die lebensnotwendige Operation zahlen, die Anfang des Jahres durchgeführt wurde.

Ein halbes Jahr nach diesem medizinischen Eingriff war von der schwachen und gebrechlichen Frau, von der humedica-Koordinatorin Heidi berichtete, nichts mehr zu bemerken. Als wir auf das Gelände kamen, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem Sohn und der Familie lebt, strahlte uns von einer Sitzgelegenheit im Schatten eine schüchterne, aber fröhliche Frau an.

Sie sagte, dass es ihr gut ginge. Dass sie nun ein normales Leben führen könne und die ständige Müdigkeit aufgrund ihres Herzfehlers verschwunden sei. Sie sah gesund aus. Entspannt. Und glücklich.

Mehnaz oder auch der junge Joshua sind zwei Personen, deren Leben wir mit einer Einzelfallhilfe verbessern konnten, beziehungsweise im Fall von Mehnaz ihres retten. Sie besuchen zu können und den Wandel ihres Lebens sehen zu dürfen, war eine mehr als bereichernde und motivierende Erfahrung.

Mehnaz´ Dank für diese Chance auf ein Leben, Joshuas Dank für ein besseres Leben ohne Schmerzen, möchte ich an dieser Stelle an Sie weitergeben. Dank Ihrer Fürsorge können wir diese Einzelfallhilfe leisten und Nächstenliebe in Aktion leben.

Nachhaltigkeit für die Gemeinschaft

Am meisten lernt der, der gerne lernt.“ Die Freude am Lernen, die der griechische Redner Isokrates im Jahr 390 vor Christus bereits erkannte und als Grundlage seines Lehrens legte, war bei unserer Ankunft der neu zu eröffnenden Schule in Charsadda bereits allgegenwärtig - wie Sie auch in dem Video auf unserer Startseite sehen können.

Während es bei Mehnaz um die Hilfe für den Einzelnen ging, konnten wir in Charsadda unsere erfolgreiche Hilfe für hunderte Menschen sehen, die zwar nicht auf medizinische Hilfe angewiesen waren, aber ohne unsere gemeinsame Hilfe keine Chance auf Bildung gehabt hätten.

„Am meisten lernt der, der gerne lernt.“ Dass hier Freude mit im Spiel ist, war fast greifbar. Foto: humedica/Toni Großhauser

Welcome, welcome“, wehten uns die Sprechgesänge entgegen, als wir vor dem Schulgebäude aus den Autos stiegen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler und Mitarbeiter unserer lokalen Partnerorganisation ARO hatten sich bereits vor dem Gebäude versammelt. Kein einziges trauriges Gesicht war zu sehen. Alle lachten uns entgegen, winkten und hießen uns herzlich willkommen.

humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß und der für Pakistan zuständige Projektsachbearbeiter Dr. Toni Großhauser waren zu der Schuleröffnung eingeladen worden, die eine Auftaktveranstaltung für eine Zukunft voller Hoffnung darstellte.

Neben Ansprachen des Schuldirektors und des Bürgermeisters der Gemeinschaft, neben musikalischen Darstellungen der Schülerinnen und Schüler und dem Vortragen von Gedichten, war eine Schauspiel-Aufführung besonders gelungen.

Die Jungen spielten nach, wie das humedica-Ärzteteam in den Süden Pakistans kam und Menschen behandelte. Aus einem Metallkoffer wurden Zange, Schere, Hammer und Meißel gezogen, mit denen ein kranker Junge versorgt werden konnte. Die Übeltäter im Bauch des Schauspiel-Patienten waren schnell erkannt und entfernt – Tomate, Gurke, Steine.

Die neueröffnete Schule ist eine von zwanzig, die gemeinsam mit lokalen Partnern wiederaufgebaut, renoviert und eingerichtet werden konnte. Insgesamt wird damit 6000 Kindern der Zugang zu Bildung ermöglicht. 6000 Mädchen und Jungen, die hoffentlich voller Freude viel lernen werden.

Helmut Kohl sagte einst, ein Land mit Kindern sei ein Land mit Zukunft. Wenn nun wie in dem Fall des Baus der Schule den Kindern der Zugang zu Bildung gegeben wird, steigert dies die Chancen für eine bessere Zukunft. Ich bin dankbar für diesen Weg in die Zukunft, der den Kindern geebnet wurde und dass ich den Auftakt für diese Zukunft erleben durfte.

Weit über den Nächsten hinaus