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home» Berichte» 2011» Haiti: Wiederaufbauprojekte schaffen Zukunft - Teil 1

Stein auf Stein: Es geht voran

von Sven Ramones, 17.05.2011

Auch über ein Jahr nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Haiti sind vielerorts zahlreiche Gebäude noch immer stark beschädigt oder vollkommen zerstört. Neben den umfangreichen Programmen zur medizinischen Nachversorgung der Erdbebenopfer sowie zur Bekämpfung der weiterhin andauernden Choleraepidemie, möchte humedica mit vier großen Bauprojekten die Bevölkerung in dem Inselstaat bei der Überwindung der Krise unterstützen.

Der Wiederaufbau in den humedica-Projekten schreitet sichtlich voran. Foto: humedica

humedica widmet sich in Haiti seit mehreren Monaten dem Wiederaufbau verschiedener sozialer Einrichtungen an drei Orten in Haiti, die durch das gewaltige Beben im vergangenen Jahr stark beschädigt wurden und seither nicht mehr genutzt werden konnten.

Darüber hinaus befindet sich auf dem Gelände des „Krankenhauses der Hoffnung“ in Port-au-Prince eine Prothesen- und Orthesenwerkstatt von humedica im Bau.

Hiermit soll auf lange Sicht die Herstellung von und die Versorgung mit prothetischen und orthetischen Hilfsmitteln in der Region gewährleistet werden.

Die Bemühungen und die aufwändige Vorarbeit der verantwortlichen humedica-Teammitglieder in Haiti und Deutschland tragen immer deutlicher sichtbare Früchte. Unsere Koordinatorin in Haiti, Caroline Klein und Baukoordinator André Lannoo berichteten uns von den Fortschritten.

Eine Schule für Marbial

Der Weg nach Marbial im Südosten Haitis ist lang und beschwerlich. Da keine Straße zu diesem Ort führt, muss man einem Flussbett folgen, um in das Dorf zu gelangen. Seit die ortsansässige Schule bei dem Erdbeben zerstört wurde, findet der Unterricht im Freien auf dem Schulgelände statt.

Viele der 550 Schüler und Schülerinnen von Marbial nehmen täglich einen zweistündigen Fußmarsch in Kauf, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Mit Unterstützung der Stiftung Sternstunden e. V. haben in Marbial die Arbeiten zum Wiederaufbau auf dem Schulgelände begonnen. Die Baustelle ist zwischenzeitlich mit allen notwendigen Materialien und Maschinen vollständig eingerichtet.

Aufwendung aller Kräfte für eine neue Schule in Marbial. Foto: humedica/Caroline Klein

Die Baumannschaft hat bereits die alten Fundamente der zerstörten Gebäude abgetragen und begonnen neue Fundamente für die zukünftigen Schulhäuser zu verlegen.

Geplant sind neben dem Bau einer Grundschule auch eine weiterführende Schule, sowie ein Kindergarten und ein Computerraum. In weiteren Gebäudeteilen sollen ein Speisesaal, ein Verwaltungstrakt, sowie die sanitären Anlagen untergebracht werden.

Da das Schulgelände an den Hängen der umliegenden Hügel angesiedelt ist, wurden bereits bestehende Terrassen erweitert und abgestützt, um bei starken Regenfällen oder Hurrikanes die Erdrutschgefahr zu verringern. Diese geebneten Flächen bilden den Baugrund für die geplanten Gebäude.

Die Waisenhäuser von Tapio

Das Bergdorf Tapio liegt etwa eine Stunde außerhalb von Port-au-Prince. Haitianische Pater der Gemeinde Ste. Therese de l’enfant Jesus errichteten dort eine Kirche, eine Klinik, eine Grund- sowie eine weiterführende Schule.

Auf dem Grundstück, das im Besitz der Kirchengemeinde ist, findet sich ausreichend Platz für den geplanten Wiederaufbau der zwei Waisenhäuser und der Kantine.

Das schwäbische Unternehmen Roma KG unterstützt humedica in Tapio beim Bau der Gebäude für das Waisenhaus. Entstehen sollen ein Haus für etwa 40 Jungen und eines für etwa 30 Mädchen.

Außerdem ist vorgesehen ein Gebäude mit einem Speisesaal zu errichten, der auch von den Schulen genutzt werden könnte.

Verträge, die in eine bessere Zukunft weisen. humedica-Koordinatorin Caroline Klein mit Pater Bien Aimé. Foto: humedica

Umso mehr freuen sich voller Stolz die Verantwortlichen bei humedica, wie auch Pater Bien Aimé aus Tapio darüber, dass der notwendige Vertrag für den Baubeginn vor Kurzem unterschrieben werden konnte.

Die Waisenhäuser werden dringend benötigt, da die gegenwärtige Lebenssituation sowohl für die Kinder, als auch für den Pater alles andere als zufriedenstellend ist. Die Kinder leben momentan in temporären Gemeinschaften in Zelten und anderen provisorischen Unterkünften.

Der Vertragsabschluss ermöglicht den Bau sicherer und wohnlicher Unterkünfte. Die Erleichterung des Paters über die Fortschritte des Projekts wird natürlich auch von den Kindern geteilt, die nicht mehr länger in ihren provisorischen Unterkünften leben werden müssen.

Auch die anstrengende einstündige Busfahrt zur Schule, die schon die Jüngsten auf sich nehmen müssen, wird somit in absehbarer Zeit entfallen.

Erfahren Sie im zweiten Teil unseres Berichts über die Wiederaufbaumaßnahmen in Haiti mehr zu den Arbeiten von humedica an der Schule von Meyer und der Prothesen- und Orthesenwerkstatt in Port-au-Prince.

Liebe Freunde und Förderer. Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen im Bereich des Wiederaufbaus in Haiti. Auch die Unterstützung aus Deutschland bleibt nach wie vor notwendig, um den Menschen zu helfen, die noch immer unter den weitreicheden Zerstörungen aufgrund des Erdbebens leiden müssen.

Sie können mit einer gezielten Spende auf untenstehendes Konto einen großen Beitrag leisten:

       humedica e. V.
       Stichwort "Erdbeben Haiti"
       Konto 47 47
       BLZ 734 500 00
       Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe. Gerne können Sie uns auch über unser Online-Formular mit einer Spende unterstützen. Vielen Dank!